Bellinghausen greift wieder an

Fortunas Kämpfernatur fiel lange aus. Mit Elan und Willen drängt er auf Einsatzzeiten.

Düsseldorf. Aggressiv könnte Axel Bellinghausens zweiter Vorname sein. Im positiven Sinn, auf dem Fußballfeld natürlich. Der Fortunaprofi ist ein Mitreißertyp, vor allem wenn sich die Gesichtsfarbe bei Anstrengung vom zarten Rosa in Alarm-Rot verwandelt. Dann läuft der 31-Jährige wie aufgezogen. In jedem Spiel, in jedem Training. So auch am Dienstagvormittag: Als es mal nicht genau nach seinen Vorstellungen läuft, muss eine Wasserflasche am Spielfeldrand dran glauben. Bellinghausen befördert sie per Fußtritt in Richtung Zaun.

Ob die Motivation bei ihm zusätzlich gewachsen ist durch den ersten Pflichtspieleinsatz nach mehr als neun Monaten Verletzungspause? „Ich habe in der Trainingseinheit eigentlich gar nichts Besonderes gemacht“, sagte er lächelnd. Ganz ähnlich fühlte er vor seiner Einwechslung am vergangenen Samstag im Zweitligaspiel gegen den Karlsruher SC. Dennoch feierten ihn die Fans, als ob ihre Mannschaft ein Tor geschossen hätte.

„Das ging schon auf dem Weg vom Warmmachen hinter dem Tor bis zur Bank los. Das war phänomenal, alles andere als selbstverständlich“, sagt Axel Bellinghausen, der seit Mitte November wegen eines Menkuseinrisses und Knorpelschaden im Knie ausgesetzt hatte. Es hätte nur noch gefehlt, dass mit seiner Hilfe die verdiente 0:2-Pleite abgewendet worden wäre. „Dann hätte man mich mit dem Lasso einfangen müssen.“

Doch auch der Publikumsliebling konnte am Samstag niemanden mehr mitreißen. Fakt ist aber, dass einer wie Bellinghausen vorangehen kann. Selbst wenn er nicht zu ersten Elf gehört.

In den Vordergrund, sagt er, spiele er sich angesichts des Fehlstarts mit dem Pokal-Aus und zwei Punkten aus drei Meisterschaftsspielen indes nicht: „Ich brauche da weder etwas zu begradigen noch etwas mehr zu sagen. Das Gute ist, dass wir mehrere Spieler haben, die das mitregeln können.“ In einer längeren Besprechung etwa, in der die schlechte Leistung im Spiel gegen den KSC aufgearbeitet wurde. „Für uns war es intern sehr wichtig, dass wir daraus Lehren ziehen. Es wäre auch das erste Mal, dass man nach so einer Besprechung plötzlich schlechter dasteht als vorher.“ Zwar sei am dritten Spieltag „noch nicht viel passiert“, sagt Bellinghausen. Aber: „Wehret den Anfängen.“

Vor allem angesichts der schweren Auswärtsaufgabe beim FC Erzgebirge Aue am Samstag — bei der vermutlich eine vor allem kämpferische Herausforderung ansteht. Die dafür nötige Aggressivität bringt Axel Bellinghausen jedenfalls von Natur aus mit. Vielleicht in diesen Tagen noch ein wenig mehr als sonst: „Ich habe ohnehin gerade Blut geleckt. Da ist es mir völlig egal, wo und gegen wen es geht.“