Aufstieg für Düsseldorf: Tränen beim Fortuna-Boss und ungebremste Freude

Aufstieg für Düsseldorf: Tränen beim Fortuna-Boss und ungebremste Freude

Der irre Schlussakkord sorgte dafür, dass den Emotionen bei den Fortunen freie Bahn gelassen wurde. Nur schade, dass nicht noch mehr Fortuna-Fans in Dresden den „unbeschreiblichen Moment“ miterleben konnten.

Dresden. Robert Schäfer setzte mehrfach an, um nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg in Dresden und dem feststehenden Aufstieg seinen Kommentar vor den ungeduldig wartenden Journalisten abzugeben. Weit kam er nicht, dann wurde er von den eigenen Tränen und seinen Emotionen so überwältigt, dass nicht mehr reden konnte.

Friedhelm Funkel wollte auf der Pressekonferenz sein Statement abgeben. Er lobte seine Mannschaft, aber weitermachen, konnte auch er nicht. Denn da waren die Spieler seiner „geilen Truppe“ schon da und machten der Pressekonferenz mit einer Bierdusche für ihren Trainer ein frühes Ende.

Vor den Spielerkabinen wanderte Lumpi Lambertz unruhig hin und her. Auf der einen Seite tröstete er seine aktuellen Kameraden von Dynamo und drückte selbst seine Unzufriedenheit aus, noch nicht einmal gegen seine große, alte Liebe im Kader gestanden zu haben. Auf der anderen Seite drückte er die alten Kameraden Sascha Rösler, Axel Bellinghausen, Michael Rensing, Adam Bodzek und besonders seinen Nachfolger als Fortuna-Kapitän, Oliver Fink an sein noch vorhandenes Fortuna-Herz.

Aus der Gäste-Kabine waren die Gesänge und das Brüllen der Spieler zu hören: „Zweite Liga war schön, doch jetzt ist Zeit zu gehen.“ In ihren Aufstiegs-T-Shirts rannten alle noch einmal raus auf den Rasen in die Kurve und bedankten sich bei der sensationellen Unterstützung durch ihre Fans. „Das war unser großer Traum, und der ist heute wahr geworden“, sagte Genki Haraguchi, der inzwischen auch all seine japanisch-typische Zurückhaltung aufgegeben hatte.

Die über 3000 Düsseldorfer Anhänger in Dresden hatten zwar mal wieder einige Schrecksekunden während der 90 Minuten zu überstehen und dachten bereits, sie würden am Sonntag bei einer Niederlage der Kieler auf dem Sofa aufsteigen, als dann doch noch Rouwen Hennings die ganze Sache auf seinen linken Fuß nahm, Dresden mit seinem Treffer zum 2:1 niederschmetterte und in Düsseldorf, nicht nur in der Altstadt für einen neuen Altbier-Rekord sorgte.

Die Fans feierten auf den Rängen, unter ihnen die beiden verletzten Spieler Oliver Fink und Andre Hoffmann, die dann aber auf dem Rasen miterlebten, wie einer ganz besonders von den Fans gefeiert wurde. Friedhelm Funkel gehörten die großen Sympathien und Respektbekundungen aus der Fortuna-Kurve, nachdem der erste gigantische Jubel und das „nie wieder 2. Liga“ halbwegs abgeklungen war.

Der Abflug der Chartermaschine verzögerte sich zwar ein wenig, aber als der Flieger am frühen Abend in Düsseldorf landete, war auch der Flughafen fest in Fortuna-Hand. Jubel, Dankbarkeit und Freude prägten den Abend, den die Mannschaft in der Seifenfabrik in Flingern mit Freunden und Sponsoren zubrachte und sich wahrlich keine Gedanken mehr um noch fehlende Punkte machen musste. „Wir sind wieder da“ heißt es für die Fortuna — und von uns herzlichen Glückwunsch!

Mehr von Westdeutsche Zeitung