Auf Luca Waldschmidt muss die Fortuna besonders achten

SC Freiburg - Der Gegner von Fortuna am Samstag : Waldschmidt reift beim „Deutschen Meister" SC Freiburg

Der Angreifer war an sieben Treffern direkt beteiligt. Eine andere Quote des SC ist noch interessanter.

Der SC Freiburg ist Deutscher Meister - zumindest wenn es darum geht, seine Punkte in der Bundesliga mit Spielern aus dem eigenen Land zu gewinnen. Satte 94,4 Prozent beträgt der Spielanteil der deutschen Akteure im Kader von Trainer Christian Streich bislang. Zum Vergleich: Fortuna Düsseldorf kommt auf eine Quote von 57,1 Prozent, Schlusslicht der Tabelle ist Eintracht Frankfurt mit 21,5 Prozent. „Unsere Quote überrascht uns selber. Wir haben keine Strategie, das bewusst so zu machen. Wir schauen neben der fußballerischen Qualität auf den Menschen, nicht auf seinen Pass“, sagt Freiburgs Sport-Vorstand Jochen Saier. „Natürlich spielt bei unserer Transferpolitik die Sprache dann eine Rolle.“ Sein Trainer wird daher auch in Düsseldorf wieder mit elf Deutschen in der Start-Elf beginnen und in Luca Waldschmidt könnte einer davon mittelfristig auch für die Nationalelf eine Rolle spielen.

„Wir müssen langsam machen und sich Luca in Ruhe entwickeln lassen“, bremst Christian Streich väterlich ein. Luca Waldschmidt ist im Breisgau genau am richtigen Ort, um seiner Karriere den entscheidenden Schub zu geben. Für 5 Millionen Euro holte der SC den gebürtigen Siegerländer im Sommer vom Hamburger SV. Den hatte Waldschmidt mit seinem 2:1 gegen Wolfsburg am letzten Spieltag der Saison 2016/17 vor dem Abstieg gerettet, bekam im Chaos des HSV 2017/18 jedoch keine Zeit zu reifen.

Streich baute ihn daher behutsam auf, erst am achten Spieltag kam Waldschmidt über 90 Minuten zum Einsatz. Seither aber ist der 22-Jährige nicht nur wegen seiner in Relation zur Spielzeit erstaunlichen Quote von vier Treffern und drei Tor-Vorlagen gesetzt. Waldschmidt ist als hängende Spitze in den Zwischenräumen unterwegs, für den Gegner so nur schwer zu stellen und mit seinem starken linken Fuß technisch gut am Ball. Qualität — made in Germany.

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