Andre Hoffmann: Fortunas Pechvogel meldet sich zurück

Fortuna Düsseldorf : Andre Hoffmann: Fortunas Pechvogel meldet sich zurück

Für seinen Klub war das Fußballjahr 2018 mit dem Aufstieg und dem Neun-Punkte-Endspurt ein erfreuliches Jahr. Andre Hoffmann war dagegen ständig verletzt. Nun will er wieder angreifen.

Für einen ambitionierten Fußball-Profi ist die Phase der Untätigkeit wegen Verletzung die schlimmste Zeit. „Es war ein sehr gutes Gefühl, gegen Dortmund wieder auf dem Platz zu stehen“, sagt Andre Hoffmann, der bis zum 2:3 im Testspiel am Montag in Marbella vier Monate zuschauen musste. Und der zum Teil auch gar nichts machen konnte, weil Schwindelgefühle seine Funktionstüchtigkeit als Bundesliga-Fußballer mehr als nur einschränkten. Nach seiner Gehirnerschütterung war er erst Anfang Dezember wieder richtig fit, und es war sein Ziel, 2018 noch mal einzugreifen. „Doch da hat die Mannschaft sehr gut gespielt, und ich hatte natürlich Verständnis, dass mich der Trainer draußen gelassen hat.“ Die Freude über die 18 Punkte, die die Fortuna holte, war entsprechend groß und habe deutlich messbar den Druck von ihm und der Mannschaft genommen.

Trotz der großen Erfolge mit Aufstieg und Neun-Punkte-Jahres-Endspurt war 2018 für den 25-Jährigen eigentlich ein Horrorjahr. „Vor allem deshalb, weil es für einen Fußballer völlig ungewöhnliche Verletzungen waren“, sagt Hoffmann, der in der Endphase der Zweitligasaison wegen eines Hodenrisses nicht eingreifen konnte. „Ich bin ein eher ungeduldiger Mensch, es war einfach bitter, weil es nicht wie bei einer Muskelverletzung war, dass die Ausfallzeit recht klar bestimmt war“, erklärt der Defensivspieler, der aus seinem Umfeld, von Freundin, Freunden und Familie viel Unterstützung erhalten hatte. „Jetzt schaue ich nur noch nach vorne.“

Bereits mit 25 Jahren ist Hoffmann ein Führungsspieler

Für den 25-Jährigen war es nun im Trainingslager ideal, mit einem Spiel gegen einen Topgegner wie den BVB einzusteigen und dann eine so starke Leistung zu zeigen. Und nicht nur das: Hoffmann ist hier in Marbella im Spiel und auf dem Trainingsplatz deutlich zu hören. Er steuert, korrigiert und äußert klare Anweisungen. „Mir geht es einerseits darum, zu zeigen, dass ich wieder da bin. Aber das erwartet der Trainer auch von mir.“ Ähnlich wie bei Kaan Ayhan wird deutlich, dass sich Hoffmann auch als relativ junger Profi zu einem Führungsspieler entwickelt hat, der sich nur wünscht, mal eine Halbserie durchspielen zu können.

Falls noch ein neuer Innenverteidiger in der Winterpause kommen sollte, sieht er im Konkurrenzkampf etwas Gutes: „Jeder gute Spieler ist herzlich willkommen. Das hilft der Mannschaft, und die Motivation, um den Platz im Team zu kämpfen ,wird sicherlich nicht weniger“, sagt er. Ohnehin seien das Teamgefühl und der Mannschaftsgeist wichtig. „Das war in der Aufstiegssaison entscheidend, und auch jetzt wird das der Schlüssel zum Klassenerhalt sein.“

Vertediger sieht Fortuna im Vorteil gegenüber der Konkurrenz

Im Kampf gegen den Abstieg sollte man sich nicht zu sicher sein, trotz der jüngsten Siege und des relativ großen Vorsprungs von sieben Punkten auf Hannover und Stuttgart. Als ehemaliger Hannoveraner sieht Hoffmann das aus einem besonderen Blickwinkel. „Ich weiß, dass bei den 96ern alles getan wird, um den Klassenerhalt zu schaffen“, sagt der 25-Jährige. „Die Erwartungshaltung dort und in Stuttgart ist eine ganz andere als hier in Düsseldorf.“ Das könnte der entscheidende Vorteil für die Fortuna sein, dass die Mannschaft von Anfang an wusste, worum es geht. „Wenn wir es schaffen, immer 100 Prozent zu geben, haben wir die Chance, zwei oder auch drei Teams hinter uns zu lassen.“ Das Wichtigste sei, dass die Mannschaft gesehen habe, dass sie mithalten kann.

Hoffmanns Vertrag geht bis Juni 2020. Über eine mögliche Verlängerung hat er sich noch keine Gedanken gemacht, obwohl er sich in Düsseldorf wohl fühlt. „Ich habe Verständnis, dass für den Verein derzeit andere Personalien wichtiger sind.“ Mit einer starken Rückrunde könnte das für den „Rückkehrer“ anders aussehen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung