Am Mittwoch starten Gespräche zwischen Fortuna Düsseldorf und Rensing

Fortuna Düsseldorf : Rensing: Ich liebe es, hier zu spielen

Die Gespräche des Vereins mit Fortunas Stammtorhüter werden Mittwoch konkreter. Der 34-Jährige möchte bleiben, Funkel befürwortet das.

„Kann Michael Rensing nicht mal einen Unhaltbaren halten?“ Viele Fans stellten in der Anfangsphase der Saison und auch zu Beginn der Rückrunde, vor allem aber nach dem Spiel gegen Leipzig (0:4), diese Frage. Damit und vielen anderen kritischen Aussagen wurde die Leistung von Fortunas Stamm-Torhüter so herabgewürdigt, dass sich selbst in der Klubführung offensichtlich Zweifel ergaben, ob der Vertrag mit dem 33-Jährigen noch einmal verlängert werden sollte. Über die Verpflichtung eines oder mehrerer neuer Torhüter wurde offen diskutiert, was allerdings auch an der Unsicherheit wegen der Nervenkrankheit von Torwartkollege Raphael Wolff liegt, der derzeit immer noch an seiner Genesung arbeitet.

Inzwischen haben sich die Dinge ein wenig geändert. Michael Rensing, der nächsten Monat seinen 35. Geburtstag feiert, zeigte zuletzt glänzende Leistungen, verhinderte aktuell in Berlin mit tollen Paraden Gegentore, und er hielt nicht zuletzt Auf Schalke und gegen Gladbach sogar zwei sogenannte „Unhaltbare“. Am Mittwoch steigt die erste Verhandlungsrunde mit dem Torwart, der gerne bei der Fortuna bleiben möchte und sich auch wegen seines Hausbaus im Düsseldorfer Norden und seines Familienglücks — sein erstes Kind wurde vergangenes Jahr geboren — mit der Stadt verbunden fühlt.

„Grundsätzlich ist es nach wie vor so, dass ich bei Fortuna den Vertrag verlängern und meine Karriere hier irgendwann beenden möchte“, sagt Rensing. „Ich bin seit sechs Jahren hier, ich liebe es, hier zu sein und für diesen Verein zu spielen. Ich will nichts anderes mehr.“ Natürlich müsse auch der Verein dabei mitspielen, sagt der Torhüter. „Ich hoffe, dass das Ganze zu einem positiven Ergebnis führen wird.“

Pfannenstiel hat von Rensing eine „Weltklasse-Leistung“ gesehen

Von einem bereits laufenden Austausch mit dem Torhüter spricht Lutz Pfannenstiel, der mit Rensing am Mittwoch konkretere Verhandlungen führen wird. „Michael hat gegen Hertha sehr gut gehalten, das waren die .big saves’ zu einem wichtigen Zeitpunkt. Da betone ich das Wörtchen weltklasse“, sagte Fortunas Sportvorstand. Auch in Sachen Präsenz, Ausstrahlung und Mitspielen habe dem Ex-Torhüter Pfannenstiel die Leistung von Rensing sehr gut gefallen. „Wir haben ja keinen terminlichen Stress. Zudem müssen wir uns als Verein grundsätzlich über die Torhüter-Position Gedanken machen“, ergänzte der Sportvorstand, der es für wichtig hält, dass sich ein Torwart, dessen Vertrag ausläuft, besonders ins Zeug wirft.

Wichtiger noch als die wirtschaftlichen Dinge, die bei einem möglichen Vertragsabschluss eine Rolle spielen, ist die Meinung des Trainers, der klar haben muss, ob er mit seinem derzeitigen Stamm-Torhüter weiterarbeiten möchte. „Er kann bei uns als erfahrener Torwart eine wichtige Rolle spielen. Ich wünsche mir, dass der Verein mit Michael und seinem Berater überein kommt. Das ist ein großer Wunsch von mir“, sagte Friedhelm Funkel. Auf der Torhüterposition brauche man eine Konstante, das sei Michael Rensing in seinen Augen. Es könne aber sein, das betonte der Trainer extra, dass er nicht mehr so oft spielen würde. „Das habe ich schon längst mit ihm abgesprochen. Wenn er so hält wie gegen Berlin, könne er auch öfter im Tor stehen, mal sehen wie sich das auf dieser Position bei uns entwickelt“, meinte Funkel. „Man muss sich jetzt einfach nur einig werden.“

So stehen die Chancen für Rensing gut, dass er seine Karriere bei der Fortuna beenden kann. Über mangelnde Zuverlässigkeit konnte man sich bei ihm jedenfalls nie beschweren.

Weitere Stimmen nach dem Spiel:

„Wir haben als ganzes Team sehr gut zusammengearbeitet. Und die Stürmer werden mit ihren Toren für ihre Arbeit auch belohnt. Wir haben nun eine gute Vorabeit in den beiden letzten Spielen für das Aufeinenadertreffen mit den Bayern geleistet. “

Adam Bodzek, Vize-Kapitän der Fortuna

„Dass wir im Kollektiv so gut verteidigt haben, war wieder einmal der Schlüssel. Was mich auch freut: Wir haben einen Riesen-Entwicklungsschritt gemacht, weil auch die vermeintlich offensiven Spieler sehr gut nach hinten arbeiten.“

Andre Hoffmann, Abwehrspieler der Fortuna

„Wenn wir gegen die Bayern zu viele Fehler machen, verlieren wir. Aber wir haben im Hinspiel gezeigt, dass wir bestehen können. Und wir wollen keine Fehler machen.“

Niko Gießelmann, Verteidiger der Fortuna

„Die Gesänge: Nie wieder 2. Liga hört man nach einem solchen Sieg gerne“.

Michael Rensing, Fortunas Torhüter

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