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Klaus Allofs bei einer Talkrunde der Stadtsparkasse: Allofs: „Bei Fortuna fehlt ein bisschen was“

Klaus Allofs bei einer Talkrunde der Stadtsparkasse : Allofs: „Bei Fortuna fehlt ein bisschen was“

Der gebürtige Düsseldorfer glaubt, dass Verein und Stadt risikobereiter sein müssen.

Düsseldorf. Wenn Klaus Allofs in Düsseldorf ist, dann kommt der Geschäftsführer Sport von Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg nicht um das Thema Fortuna herum. So war es auch am Dienstag, als der 56-fache Nationalspieler, der zwischen 1975 und 1981 das Trikot der Fortuna trug, bei einer Talkrunde im Forum der Stadtsparkasse zu Gast war. „Natürlich verfolge ich das Geschehen hier immer noch. Damit der Verein den Sprung in die Erstklassigkeit schafft, fehlt aus meiner Sicht aber etwas. Ich vermisse ein bisschen die Risikobereitschaft im Umfeld — auch in der Stadt selbst“, sagte der gebürtige Düsseldorfer.

Zur Entlassung von Sportvorstand Helmut Schulte und geeigneten Nachfolgekandidaten wollte sich der 58-Jährige nicht äußern. „Da bin ich zu weit weg. Aus meiner Sicht macht es aber Sinn, wenn ein Sportdirektor selbst einmal Fußballprofi war“, erklärte Allofs. Seinen Bruder Thomas sieht er nicht als Schulte-Nachfolger: „Ich glaube, das ist kein Thema.“

Ein entscheidender Erfolgsfaktor im heutigen Fußball sei Kontinuität, erklärte Allofs und ergänzte: „Fortuna hat die Basis, steht finanziell gut da — sofern ich das beurteilen kann. Es geht darum, sich von anderen Vereinen abzuheben und sich die Frage zu stellen, ob gewisse Risiken in Kauf genommen werden wollen, wenn es langfristig nach oben gehen soll. Die Stadt und die Fans warten und hoffen jedenfalls darauf, das ist spürbar.“ Welche Risiken er damit meinte, ließ Allofs offen.

Auf eine Frage aus dem Publikum, ob er befürchte, der Fortuna könne ein abermaliger Absturz in untere Ligen bevorstehen, fand Allofs eine klare Antwort: „Das glaube ich nicht. Damals hatte der Club wenig Zuschauer. Das hat sich doch geändert. Es müssen aber immer neue Ideen entwickelt werden. Die Ambition sollte sein, irgendwann vor dem 1. FC Köln zu stehen.“ Vor allem für diese Aussage erntete Allofs, der zweimal mit der Fortuna den DFB-Pokal gewann und 1980 im Europapokalfinale gegen Barcelona verlor, viel Applaus.