Ärgerliche Rutschpartie

Fortuna wundert sich über dichte Schneedecke trotz Rasenheizung. Entwarnung bei Anderson.

Düsseldorf. Die 1:2-Niederlage der Fortuna in Rostock war schlimm genug. Immerhin bestätigte sich die Befürchtung nicht, dass Bamba Anderson eine längere Verletzungspause einlegen muss. Die Kernspintomographie ergab am Sonntag eine Kapselzerrung im Knie.

Der Innenverteidiger, der Mitte der ersten Hälfte mit dem Bein auf dem eisigen Boden falsch aufgetreten war, wird Anfang Januar beim Trainingslager in Spanien wieder auf dem Platz stehen und kann am Montag seinen Heimaturlaub in Brasilien antreten. "Er kann ja mit der brasilianischen Fahne bei mir in Viersen unter dem Weihnachtsbaum sitzen", hatte Norbert Meier mit der ihm eigenen Ironie gesagt, doch diese Art der Familienzusammenführung hat sich nun erübrigt.

Auch Patrick Zoundi trug "nur" eine Muskelverhärtung im Oberschenkel davon und wird wegen seiner Berufung in die Nationalmannschaft Burkina Fasos ohnehin in den ersten Wochen des Jahres 2010 fehlen.

Dennoch waren alle Fortunen sauer darüber, dass das Zweitligaspiel der Düsseldorfer auf der "Rostocker Rutschbahn" überhaupt angepfiffen worden war. Bei der Platzbesichtigung fragten sich die Spieler des Tabellendritten, ob die Rasenheizung kaputt sei oder die Hansa sich auf Schneeboden eindeutig mehr Chancen ausrechnet.

"Hansa hatte doch genug Zeit, den Platz zu räumen", meinte Martin Harnik, Fortunas Torschütze zum 1:1. Das Unverständnis leitete sich auch aus der Information ab, die die Fortuna am Donnerstag aus Rostock erhalten hatte. "Uns wurde erklärt, dass wir trotz der Schneefälle und der eisigen Temperaturen auf einem grünen Rasen spielen können", sagte Wolf Werner, Fortunas Geschäftsführer Sport.

Fortunas Spieler wirkten in der ersten Hälfte so, als würden sie zum ersten Mal Schnee und Eis sehen. "Vielleicht ziehen wir daraus die notwendigen Lehren für die Spiele in Paderborn und Koblenz. Denn da könnten im Januar und Anfang Februar die Platzverhältnisse ähnlich sein", sagte Fortunas Vorstandssprecher Peter Frymuth. Die Rostocker konnten die Aufregung nicht verstehen: "Die Platzverhältnisse waren doch für beide gleich", sagte Kai Bülow, Hansas Torschütze zum 1:0.

"Wir sind jedenfalls sehr, sehr enttäuscht vom Ausgang des Spieles", erklärte Christian Weber. Der Düsseldorfer Verteidiger hatte "zwei glückliche Schneetore" des Gegners gesehen. Richtiges Glück wird Trainer Norbert Meier aber erst dann wieder empfinden, wenn alle seine Spieler fit und einsatzbereit sind.

Denn mit Jovanovic, Christ, Cakir und Bulykin (trägt immer noch einen Spezialschuh) fallen wichtige Größen gesperrt oder verletzt für längere Zeit aus. Was bedeutet da schon eine verlorene Schneeballschlacht in Rostock?

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