Adam Bodzek: Luxus-Saison von Fortuna Düsseldorf muss abgehakt sein​

Fußball : Bodzek: Luxus-Saison muss abgehakt sein

Der Vizekapitän glaubt, dass es nur an Nuancen liegt, die die Fortuna in den Griff bekommen muss. Der 34-Jährige möchte die neuen Spieler besser einbinden.

Krafttraining ist nicht unbedingt die Lieblingsbeschäftigung von Adam Bodzek. Aber der Vize-Kapitän von Fortuna Düsseldorf weiß genau, dass jetzt in der Länderspielpause jeder Spieler alles dafür tun muss, um am Samstag nächster Woche topfit und bestens vorbereitet in das schwere Heimspiel gegen Mainz 05 gehen zu können. „Von den Ergebnissen ist die Saison bisher nicht zufriedenstellend. Der Verlauf ist etwas zu wellenförmig, was auch für die Spiele an sich gilt“, sagt Bodzek. „Wir hatten gute und und einige nicht so gute Momente. Wir müssen folglich eine gewisse Konstanz in unser Spiel bringen.“ Das gilt vor allem für die 90 Minuten, wo sich regelmäßig gute mit schlechten Halbzeiten abwechselten, wobei der 34-Jährige das Spiel in Berlin ganz ausklammert, weil da die Leistung über 90 Minuten nicht gestimmt habe. „So etwas wird uns sicherlich auch noch mal in dieser Saison passieren, dafür müssen wir in anderen Spielen die notwendigen Punkte holen.“ In Berlin sei der Gegner an diesem Tag einfach besser gewesen. „Aber so etwas darf uns nicht umwerfen.“

Von einem „Mentalitätsproblem“ zu sprechen, hält der Mittelfeldspieler der Fortuna also für verfehlt. „Das dürfen wir nicht haben. Natürlich sollte jeder für den anderen rennen und kämpfen, das ist eine Grundvoraussetzung für unser Spiel“, meint Bodzek. „Nur Kleinigkeiten passen nicht, oder wir schaffen es nicht, solche entscheidenden Situationen für uns zu nutzen.“ Dadurch seien Spiele weggegeben worden, die man nicht verlieren durfte.

Bodzek ist ganz sicher, dass sich seine Mannschaft entwickeln wird. „Dennoch wird es diesmal ein Kampf bis zum letzten Spieltag. Das muss uns allen einfach bewusst sein“, sagt er und spricht im Hinblick auf das vergangene Jahr von einer „Luxus-Saison“, weil da der Klassenerhalt so früh geschafft worden war. Das wisse aber die Mannschaft und ein Vergleich zur vergangenen Spielzeit bietet sich einfach nicht an, weil sich auch keiner aus dem Team zurücklehnt und an einen Automatismus glaubt. Zudem stellen sich die Gegner auf die Fortuna inzwischen ganz anders ein.

Irgendwann müsse man natürlich weiter punkten. Das sei auch vom Gegner völlig unabhängig, wenn man nach sieben Spielen nur vier Punkte auf dem Konto habe. „Deshalb setzen wir uns jetzt nicht mehr unter Druck, sondern unser erstes Ziel muss sein, gut zu spielen, sagt Adam Bodzek. „Es ist die Basis, dass wir auf dem Platz als Mannschaft funktionieren.“

„Wir müssen die neuen Spieler nur besser in Szene setzen.“

In seinen Augen hat sich personell wenig geändert, da die Fortuna auch in diesem Jahr schnelle Spieler auf den Flügeln zur Verfügung habe. „Wir müssen sie nur noch besser in Szene setzen, um zu mehr Torchancen zu kommen“, sagt der Vize-Kapitän, der gerne an der Stärkung des Gesamtverbundes arbeiten möchte, um insgesamt als Mannschaft wieder stabiler zu sein. Die Spieler sind jedenfalls davon überzeugt, das Ziel zu erreichen und dazu bereit, dafür auch entsprechend zu arbeiten.

Die langsam aufkommende Angst und Panik von außen kann Bodzek nicht nachvollziehen. Mit mindestens zwei Punkten mehr, die durchaus möglich gewesen wären, würde es diese Diskussion gar nicht geben“, meint er. Trainer und Team behalten die Ruhe, auch weil es keinen Abstand zu den anderen Klubs gibt, die um den Klassenerhalt kämpfen. „Und andererseits wissen wir, dass wir besser spielen können.“ Das habe nichts damit zu tun, dass es eine Verletzten-Seuche bei Fortuna gibt. „Im Gegenteil, es war bisher sogar eine Stärke von uns, dass wir in der Lage sind, auch mit wechselndem Personal starke Leistungen zu zeigen. Es können immer wieder andere Spieler der Mannschaft notwenige Impulse geben“, sagt der 34-Jährige, der sich übrigens derzeit noch keine Gedanken über die „Zeit danach“ macht, obwohl sein Vertrag am Ende der Saison ausläuft. Umso mehr will er allerdings noch zeigen, dass er mit der Fortuna weiterhin erfolgreich Fußball spielen kann.

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