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Fortuna Düsseldorf: 1. FC Kaiserslautern: Wende oder Ende?

Fortuna Düsseldorf : 1. FC Kaiserslautern: Wende oder Ende?

Der Niedergang des FCK nimmt dramatische Züge an. Nun keimt Hoffnung auf, wegen eines Heimkehrers.

Düsseldorf. Fußball-Fans blicken gerne zurück. Tradition ist das Stichwort, damit verbunden ist ein Anspruch, eigentlich ja in ganz anderen Sphären schweben zu müssen, als es ihr Verein gerade tut. Die Anhänger des 1. FC Kaiserslautern sind in dieser Hinsicht besonders gebeutelt. Ist es doch gerade mal drei Jahre her, dass folgende Start-Elf den Bundesliga-Aufstieg schaffen sollte: Tobias Sippel — Jean Zimmer, Willi Orban, Dominique Heintz, Chris Löwe — Markus Karl, Alexander Ring — Karim Matmour, Kerem Demirbay, Kevin Stöger — Srdjan Lakic.

Bis zum 33. Spieltag stand diese Mannschaft auf dem zweiten Platz, zwei Spiele später aber war sie auf Rang vier zurückgefallen und der Bundesliga-Traum geplatzt wie die Seifenblase aus einer defekten Pustefix-Dose. Schlimmer noch: Der Nicht-Aufstieg war finanziell von großer Bedeutung und der Ausverkauf des hochwertigen Personals damit unvermeidlich. Sportlich musste fortan gegen den Abstieg gekämpft werden. Wirtschaftliche Probleme sowie internes Kompetenzgerangel rundeten das traurige Bild des rasanten Niedergangs ab.

Viele Fußball-Experten diskutieren daher inzwischen schon gar nicht mehr darüber, ob der 1. FC Kaiserslautern in die 3. Liga stürzen könnte — sie fragen nur noch, wann es so weit ist. Auf dem Betzenberg aber keimt für diese Saison trotz erneuten Aderlasses und Umbruchs ein wenig Hoffnung auf. Mit dem von IFK Göteborg geholten Dänen Mads Albaek ist die spielerische Qualität im Mittelfeld erhöht worden, im Sturm scheint man variabler besetzt. Die chronische Torarmut könnte demnach abgestellt werden. Und dann ist da ja auch noch ein Rückkehrer.

Seit den Abgängen der Eigengewächse Zimmer (jetzt bei der Fortuna), Heintz und Orban fehlte den Fans eine Identifikationsfigur. Nun ist ein echter „Lauterer Junge“ zurück im Fritz-Walter-Stadion. Nach sechs Jahren bei Eintracht Braunschweig kehrte Marcel Correia in seine Geburtsstadt zurück, der 28-Jährige soll als Abwehrchef mit Führungsqualitäten das Gesicht der „Roten Teufel“ sein.

Wegen einer Innenbandzerrung im Knie fehlte Correia in den ersten Spielen, doch inzwischen scharrt der Sohn portugiesischer Einwanderer kräftig mit den Hufen. „Ich gehöre in unserem jungen Kader zu den Erfahrenen und möchte dementsprechend viel Verantwortung übernehmen.“

Für Sportchef Boris Notzon ist Correia in doppelter Hinsicht wertvoll. „Marcel pflegt eine ganz besondere Beziehung zu Stadt und Verein. Er ist hier groß geworden, dazu spielte er viele Jahre in der Jugend des FCK. Und jetzt ist er einer der stärksten Innenverteidiger der 2. Liga“, sagt Notzon.

Von 1995 bis 2011 trug Correia bereits das Trikot der Pfälzer, der Durchbruch blieb ihm allerdings verwehrt. Erst in Braunschweig reifte er durch Trainer Torsten Lieberknecht zum Profi mit taktischem Verständnis und guter Spieleröffnung. „Er war bei der Eintracht sogar Kapitän“, sagt Notzon. Auch wegen Correia hoffen die Fans des FCK, für Erfolge nicht immer nur zurückblicken zu müssen.