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0:5 bei Bayern: Der Blick kann sich für Fortuna nur nach vorne richten

Fortuna nach dem Bayern-Spiel : Fortunas Blick kann sich nur nach vorne richten

Trainer Uwe Rösler hatte sich trotz der erwartbaren Übermacht der Bayern deutlich mehr ausgerechnet als ein 0:5. Doch lange aufhalten will er sich mit dem Spiel nicht. Er denkt schon an Hoffenheim.

Besser als von Hansi Flick war die Begegnung von Goliath gegen David — der Kleinere hatte dabei offensichtlich die Schleuder vergessen — nicht zu analysieren: „Wir haben der Fortuna eigentlich nicht den Hauch einer Chance gelassen“, sagte der Bayern-Trainer nach dem überzeugenden 5:0 (3:0)-Sieg des Rekordmeisters am Samstagabend gegen Fortuna Düsseldorf.

Sein Gegenüber Uwe Rösler war natürlich konsterniert nach den enttäuschenden 90 Minuten — allein in den bitteren ersten 53 hatte es fünf Gegentoren gegeben. „Wir werden die Partie analysieren und zu Beginn der Woche regenerieren“, sagte Fortunas Cheftrainer, der sich trotz der erwartbaren Übermacht des alten und wohl auch neuen Meisters deutlich mehr ausgerechnet hatte. Kein Punktgewinn vielleicht, aber zumindest eine ansprechendere Leistung.

Daher versuchte er, das Geschehene nüchtern zu analysieren und sich mit Vorwürfen gegenüber den Spielern zurückzuhalten, die sich zumindest teilweise aber durchaus heftige öffentliche und interne Kritik gefallen lassen müssen. „Das Spiel gegen Schalke am Mittwoch hat uns physisch und emotional viel Kraft gekostet. Gegen die Bayern hat es nun nicht gereicht“, sagte Rösler. Und wenn nicht alles passt, nutzt dieser Gegner das gnadenlos aus. „Aber nur neun Fouls in diesem Spiel sind mir deutlich zu wenig. Wir hätten dem Gegner ruhig auch mal wehtun können, ohne natürlich die Grenzen der Fairness zu überschreiten.“ Die Leidenschaft war da, aber vielleicht nicht die letzte Überzeugung.

Rösler habe eine „solche Qualität“ noch nicht erlebt

Deswegen hatte niemand in der Allianz-Arena den Eindruck, als könnte das Spiel einen anderen als den allseits erwarteten Verlauf nehmen. Die Bayern waren haushoch überlegen, schneller und kreativer. Das Zusammenspiel war auf der einen Seite perfekt, auf der anderen Seite wurde nach zwei, drei Kontakten der Ball prompt wieder verloren. Es gab keinerlei Entlastung für die dauerbeschäftigte Abwehr der Gäste. Und so waren durch die Bayern provozierte Fehler die Konsequenz. „Ich war gefasst. Ich habe mit einigen unterklassigen Teams gegen haushohe Favoriten gespielt wie gegen Arsenal, Manchester City oder Chelsea“, erklärte Uwe Rösler. „Aber das war jetzt eine Eye-Opener. Gegen eine solche Qualität habe ich bisher noch nicht mit einer meiner Mannschaft gespielt. Diese Athletik und Spielfreude — Wahnsinn.“

Damit endete eine ereignisreiche Woche mit drei Spielen; mit den physischen Anstrengungen in Köln und gegen Schalke, die Enttäuschung dort und der Sieg hier. Und dann mit dem unmöglichen Auftrag in München. Natürlich wird sich der Trainer mit dem einen oder anderen Spieler noch etwas ausführlicher über dessen Leistungen unterhalten (müssen). Aber der Blick kann sich jetzt nur nach vorne richten, da sich auch laut Rösler die Situation nicht massiv verschlechtert habe. Noch immer steht die Fortuna auf dem Relegationsplatz, hat einen Zähler Rückstand auf Rang 15.

Nach Hoffenheim geht es gegen Dortmund und Leipzig

Am Samstag gegen Hoffenheim sollte es aber einen Erfolg geben, möglichst mit drei Punkten, um der Konkurrenz nicht nur nachlaufen zu müssen. Denn danach geht es gegen Dortmund und nach Leipzig. Einen nachhaltigen Schaden durch das 0:5 in München erwartet Rösler aber nicht: „Die Mannschaft ist — seit ich hier bin — immer wieder zurückgekommen, und sie wird auch dieses Mal zurückkommen“, sagt der Trainer.

Die Hoffnungen, die das Schalke-Spiel geweckt haben, sind durchaus berechtigt. Die Fortuna hatte die Partie am Mittwoch nach einem Rückstand gedreht und endlich mal einen Vorsprung über die Zeit gebracht. Damit das noch mal klappt, „müssen wir weiterhin an unseren Mechanismen arbeiten und werden dann auch wieder konkurrenzfähig sein“, sagt Rösler. „Für uns geht es ums Überleben.“