Eine Halbzeit Jugend forscht - DFB-Elf besiegt Russland verdient

Testspiel : Eine Halbzeit Jugend forscht - DFB-Elf besiegt Russland verdient

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat vor dem Spiel in der Nations League gegen die Niederlande eine gelungene Generalprobe gefeiert.

Das DFB-Team besiegte Russland im Test in Leipzig vor 35 288 Zuschauern mit 3:0. Trainer Joachim Löw gab dabei der Jugend eine Chance, die eine Halbzeit forsch agierte.

Wie bei der 1:2-Niederlage in Frankreich Mitte Oktober vertraute Löw in der Offensive seinem Turbosturm um Timo Werner, Leroy Sané und Serge Gnabry. Defensiv bekam Antonio Rüdiger den Vorzug vor Mats Hummels, Jonas Hector spielte für Nico Schulz. Im Mittelfeld rückte der Leverkusener Kai Havertz für Toni Kroos in die Startelf, der wie Julian Draxler erst am Montag zum Holland-Spiel zum Team stößt.

Gegen das russische Team, das am Donnerstagabend personell wenig mit der Mannschaft bei der Heim-Weltmeisterschaft zu tun hatte, bestimmte die DFB-Elf von Anfang an das Spielgeschehen. Die Sbornaja stand hingegen tief und lauerte auf Kontersituationen. Allerdings fand der 22-jährige Thilo Kehrer eine Lücke im russischen Abwehrverbund, schickte den 23-jährigen Gnabry, der im Strafraum quer legte. Aus kurzer Distanz hatte der 22-jährige Sané keine Mühe den Ball im Tor unterzubringen (8.). Eine feine Kombination der Abteilung Jugend forscht, mit der Löw die richtige Wahl traf.

Die frühe Führung hätte der deutschen Mannschaft eigentlich Sicherheit geben sollen. Jedoch kam das Team von Stanislaw Tschertschessow etwas besser ins Spiel. Erst zog Rausch einen Freistoß aus 20 Metern drüber (17.), dann schloss Aleksey Ionov überhastet ab, sodass der Ball deutlich über den Kasten des beschäftigungslosen Manuel Neuer flog (18.).

Jedoch währte der Offensivdrang der Gäste nur kurz: Nachdem Sané völlig freistehend per Kopf vergab (23.), machte es Niklas Süle zwei Minuten später besser. Einen von Joshua Kimmich getretenen Eckball verlängerte Antonio Rüdiger so, dass der Ball seinem Innenverteidiger-Kollegen vor die Füße fiel, der den Ball mühelos rechts unten versenkte (25.).

Es sollte der Abend der jungen Wilden werden. In der 40. Minute steckte der 19-jährige Havertz auf den in den freien Raum sprintenden Gnabry durch. Der Bayern-Profi erhöhte fünf Minuten vor der Pause mit einem sehenswerten Linksschuss auf 3:0.

Kurz nach dem Seitenwechsel hatte Ionov aus vielversprechender Position die Chance auf den Anschlusstreffer. Jedoch zielte er knapp daneben, sodass Neuer nicht eingreifen musste (48.). Die Partie flachte etwas ab. Die DFB-Elf wirkte in der Defensive in der einen oder anderen Situation nicht ganz sattelfest.

In der Offensive setzte Deutschland statt auf feines Kurzpassspiel eher auf Diagonalbälle, mit denen die Gastgeber jedoch keine Gefahr ausstrahlten. Das Angriffsspiel stockte im Gegensatz zur ersten Hälfte deutlich, was auch an der russischen Mannschaft lag, die etwas mehr investierte, früh presste und in der zweiten Halbzeit das bessere Team war.

Die 35 288 Zuschauer sahen nach der Pause im bei weitem nicht ausverkauften Stadion in Leipzig eine durchschnittliche Leistung des deutschen Teams. Bis auf eine stramme Hereingabe von Nico Schulz, der für den verletzten Jonas Hector ins Spiel kam, hatte das DFB-Team wenig nennenswerte Torraumszenen im zweiten Spielabschnitt (78.).

Dennoch dürfte die Löw-Elf mit Selbstvertrauen in das Entscheidungsspiel gegen die Niederlande am Montag in Gelsenkirchen gehen – die jugendliche Offensivpower macht Mut.

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