„Bitterer Tag“: Bundesliga-Mittelbau mit Pokal-Problemen

FCA und Mainz stolpern : „Bitterer Tag“: Bundesliga-Mittelbau mit Pokal-Problemen

Der DFB-Pokal offenbarte die Schwächen im Mittelbau der Fußball-Bundesliga. Es herrschte Katerstimmung bei den Clubs.

Der FC Augsburg und FSV Mainz 05 - ausgeschieden. Fortuna Düsseldorf und der SC Freiburg - zittern sich durch die Verlängerung. Die TSG 1899 Hoffenheim - schafft's erst im Elfmeterschießen.

Und auch Eintracht Frankfurt hat mehr Mühe als gedacht. Der Mittelbau der Fußball-Bundesliga hat eine Woche vor dem Saisonstart große Probleme offenbart. Den Härtetest im DFB-Pokal bei mindestens zwei Klassen tiefer spielenden Gegnern bestanden mit wenigen Ausnahmen nur die großen Clubs - bei den anderen herrschte Katerstimmung.

„Das ist ein bitterer Tag, maximale Enttäuschung für uns alle“, sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder nach dem 0:2 (0:0) im Rheinland-Pfalz-Derby beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. Die nicht einmal einstündige Busfahrt nach Hause traten die Rheinhessen mit „einem Scheißgefühl“ an. „Aber wir arbeiten mit voller Überzeugung weiter“, sagte Schröder im Vereins-TV. Den Augsburgern, die am Samstag bei Vizemeister Borussia Dortmund in die Liga starten, erging es nicht viel besser.

„Wir sind sauer über unsere eigene Leistung. Wir haben die ersten 20 Minuten verpennt“, sagte Trainer Martin Schmidt sichtlich enttäuscht nach dem 1:2 (0:2) beim Regionalligisten SC Verl. „Ein typisches Pokalspiel. Für die Allgemeinheit ist das süß, für uns ist es sauer.“ Den beiden Verlierern entging am Samstag die Siegprämie in Höhe von 351 000 Euro und die große Chance, neben dem Liga-Alltag in weiteren Pokal-Partien glänzen zu können.

„Mainz hat verloren, da kann man sich vorstellen, was da los ist“, sagte Freiburgs erleichterter Trainer Christian Streich nach dem sehr mühevollen 1:0 (0:0, 0:0) beim Drittligisten 1. FC Magdeburg. Am Samstag empfängt der Sport-Club den FSV zum Liga-Auftakt. Stürmer Nils Petersen merkte an: „Der ein oder andere Bundesligist wäre hier gescheitert. Man kann sicher über die Art und Weise streiten, doch am Ende zählt nur das Weiterkommen.“

Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel sah das offensichtlich anders, der Routinier wollte nach dem 3:1 (1:1, 0:1) beim FC 08 Villingen, dem Tabellenvorletzten der Oberliga Baden-Württemberg, lieber „gar nichts sagen, sonst rede ich mich in Rage“. Nach einer Nacht Ruhe werde er erst mit seiner Mannschaft reden. Das erlösende 2:1 in der Verlängerung hatte der gerade 18 Jahre alt gewordene Kelvin Ofori erzielt (102.), der vor wenigen Tagen seinen ersten Profivertrag unterschrieben hatte. Am Samstag tritt die Fortuna in Bremen an.

Die TSG Hoffenheim, die nach dem Wechsel auf der Trainerbank von Julian Nagelsmann (RB Leipzig) zum Niederländer Alfred Schreuder und den Abgängen einiger Leistungsträger mitten im Umbruch steckt, musste noch länger zittern. Erst nach zwölf Strafstößen stand der 5:4 (3:3, 2:2, 1:0)-Sieg beim Drittliga-17. Würzburger Kickers fest. Leipzig gewann am Sonntag knapp mit 3:2 beim VfL Osnabrück, Eintracht Frankfurt vermied beim 5:3 bei Waldhof Mannheim erst dank eines späten Hattricks von Ante Rebic mit Mühe eine Verlängerung.

„Gott sei dank haben wir gewonnen. So ist Fußball. Am Ende geht es ums Gewinnen, das haben wir gemacht“, sagte der neue Coach. Manager Alexander Rosen konnte sich eine kleine Spitze in Richtung Mainz und Augsburg nicht verkneifen. „Es gibt heute schon zwei Bundesliga-Trainer, die gerne im Elfmeterschießen weitergekommen wären - die sind nämlich raus“, sagte der 40-Jährige - und hatte damit recht.

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