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Oberliga Niederrhein: Der TSV Meerbusch erobert die Tabellenspitze

Oberliga Niederrhein : Der TSV Meerbusch erobert die Tabellenspitze

Im Stadtderby siegt der KFC 2:0 gegen den VfR Fischeln, der TSV Meerbusch 2:0 gegen Hilden. Der WSV klettert dank eines 3:2-Erfolges gegen RWO II auf den dritten Platz.

Krefeld/Wuppertal. Auch nachdem alle Partien des siebten Spieltages ausgetragen sind, führt der TSV Meerbusch die Tabelle der Oberliga-Niederrhein an. Meerbusch hatte das Match gegen den VfB Hilden mit 2:0 für sich entscheiden können, während der bis dahin drittplatzierte VfR Fischeln das Stadtderby gegen Uerdingen 0:2 verloren hatte. Und da am Sonntag auch die direkten Verfolger des TSV nicht genug Punkte gesammelt hatten, grüßt der Fusionsklub von der Tabellenspitze.

Es waren am Samstagabend die TSV-Knipser Alexander Pranjes (84.) und Kevin Dauser (90.) gewesen, die ihr Team spät an die Spitze schossen. Die erste Chance des Spiels allerdings hatten die Gäste gehabt: Bereits nach vier Minuten hatte Jannik Weber einen Kopfball scharf aufs Tor gebracht, TSV-Torhüter Kaltak hielt überragend. Noch dauerte es eine Viertelstunde bis auch Meerbusch mehr Zugriff aufs Spiel bekam, dennoch blieb die Partie zerfahren.

Halbzeit zwei glich zunächst dem ersten Durchgang: Der TSV, der sich an diesem Samstag einiges ausgerechnet hatte, findet nur schwer in die Partie, kann sich aber in den letzten zehn Minuten noch für den erfolgreichen Endspurt motivieren. Der Lohn: die Tabellenführung. Die ist jedoch hart erkämpft, wie TSV-Trainer Robert Palikuca nach der Partie sagte. "Es war das erwartet schwere Spiel. Die Jungs wussten, wir spielen gegen eine top-eingestellte Mannschaft. Diesen Willen, das Spiel nicht zu verlieren, den hatte der VfB von Anfang bis Ende. Deshalb war es für uns so schwer, zu unserem Spiel finden", sagte Palikuca. Hilden habe nie aufgegeben und so sei die Partie für sein Team zu einem wahren Geduldsspiel geworden. "Doch wir haben das nötig Durchhaltevermögen bewiesen", lobte der Coach seine Mannschaft, verwies aber auch gleichzeitig auf die kommende Englische Woche. Dann geht es gegen HöNie. "Und die müssen wir auch erst einmal schlagen."

Ebenfalls am Samstag stieg in Krefeld das große Stadtderby. Laut offiziellen Angaben waren 2755 Zuschauer in die Krefelder Grotenburg gekommen. Bereits in der sechsten Minute sahen sie die erste Torchance des Spiels. KFC-Angreifer Silvio Pagano hatte seinen Fischelner Gegenspieler stehen lassen, traf aber nur das Außennetz. Stark auch ein Kopfball von Uerdingens Mo Idrissou nur wenige Minuten später, der aber von Fischelns Keeper Halil Özcelik mühelos über die Latte gelenkt werden konnte. Erst eine Viertelstunde später prüfte Pagano Öczelik erneut. Eine scharfe Hereingabe von Fahrian konnte er aber nicht zur 1:0-Führung verwerten. Die wäre zu diesem Zeitpunkt aber verdient gewesen, tat sich Fischeln im Spielaufbau doch schwer und setzte sich durch viele Fehlpässe und unnötige hohe Bälle allzu oft selbst unter Druck.

An Fahrt konnte das Derby auch nach dem Seitenwechsel erst einmal nicht gewinnen. Zwar traf der KFC gleich nach Anpfiff, doch der Unparteiische entschied auf Abseits. Fischelns erste klare Chance des Spiels dann in der 54. Minute, als Kevin Enke aus sieben Metern zum Schuss kam, unter Druck aber nur KFC-Keeper Kevin Schwabke anschießen konnte. Der bis dahin recht beschäftigungslos gebliebene Schlussmann der Uerdienger wurde erst in der 70. Minute ein zweites Mal geprüft, als sich Emre Özkaya vom Verteidiger löste, frei auf den Schwabke zulief und den Ball aus 15 Metern an ihm vorbei ins Tor schieben wollte. Glück für den KFC, dass der Fischelner nur den Pfosten traf.

Dass gegen den Favoriten nun etwas drin sein könnte, erkannten spätestens da auch die Fischelner Fans und begannen ihr Team mit VfR-Rufen anzufeuern. Beide Mannschaften investierten nun mehr. In der 78. Minute war es dann Uerdingens Walid Sekkou, der eine glückliche Flanke von Silvio Pagano zum 1:0-Führungstreffer nutzen konnte. Nur fünf Minuten später war dann Mo Idrissou zur Stelle, als der Ball nach einem kurz ausgeführten Freistoß seinen Weg auf den Kopf des Stürmers fand. Die Kugel landete zwar in den Händen des Fischelner Keepers, aber nach Ansicht vom Schiedsrichter auch hinter der Torlinie. 2:0 hieß es am Schluss für den KFC.

Schwer tat sich am Sonntag der Wuppertaler SV. Mit dem Nachwuchs von Rot-Weiss Oberhausen hatte Rot-Blau den Tabellenletzten zu Gast. Und es kam wie so oft in der Vergangenheit: Der WSV tat sich gegen den vermeintlich schwachen Gegner schwer. Die jungen Kleeblätter nutzten das unsichere Spiel ihrer Gastgeber und gingen bereits nach zehn Minuten in Führung. Einen Schuss von Manuel Schiebener konnte WSV-Keeper Joshua Mroß einfach nicht abwehren. Doch es kam erst einmal noch schlimmer: Abwehrchef Peter Schmetz musste nach einer halben Stunde verletzt ausgewechselt werden. Und der Zusammenstoß mit seinem Gegenspieler wird Folgen für den WSV haben: Schmetz musste in eine Zahnklinik gebracht werden. Ob er für das Spiel gegen den ETB am Mittwoch zur Verfügung stehen kann, bleibt abzuwarten.

Seine Mannschaft jedenfalls bekam erst in der zweiten Halbzeit mehr Zugriff aufs Spiel, ließ es dann aber ordentlich krachen und drehte das das Spiel innerhalb von einer Minute durch Tore von Ercan Aydogmus (53.) und Lucas Arenz (54.). Marvin Ellman erledigte in der 71. Minute noch das 3:1. Ein wichtiges Tor, denn die Gäste drehten in der letzten Viertelstunde des Spiels noch einmal auf und kamen sogar noch auf 2:3 ran. Oberhausens Fechner hatte fünf Minuten vor Schluss eingenetzt. Danach mussten die WSV-Fans noch ein wenig zittern, aber die drei Punkte blieben an der Wupper und der WSV klettert auf Platz drei der Tabelle.

Für Aufsteiger SC Düsseldorf-West ist die Zeit als Tabellenführer vorläufig abgelaufen. Beim 1. FC Bocholt reichte es wie in der vergangenen Woche gegen den TV Kalkum-Wittlaer nur für ein torloses Remis. Die Kalkumer hingegen machten es an diesem Spieltag besser und gewannen im Aufsteigerduell gegen den 1. FC Mönchengladbach mit einem späten Tor. Damit befreit sich der TV aus der Abstiegszone. Kalkum Wittlaer und Mönchengladbach stehen gemeinsam auf Rang zwölf, zwei Punkte hinter dem SC Kapellen-Erft, der gegen die SpVg Schonnebeck 2:0 gewann.

Eine bittere Niederlage musste Germania Ratingen hinnehmen: Gegen die TuRU konnte das Team von Peter Radojewski nichts ausrichten. Gleich nach 20 Minuten waren die Düsseldorfer in Führung gegangen. Ratingen lief dem Rückstand von da an hinterher. Das sollte am Mittwoch besser laufen, wenn die Germania zum Tabellen-16. VfB Hilden reist. Auch den anderen Teams bleibt nicht mehr Zeit für die Regeneration, denn die Woche in der Oberliga Niederrhein ist eine Englische.

Der 7. Spieltag
VfR Fischeln - KFC Uerdingen 0:2
TSV Meerbusch - VfB Hilden 2:0
Wuppertaler SV - Rot-Weiss Oberhausen II 3:2
1. FC Bocholt - SC Düsseldorf-West 0:0
TV Jahn-Hiesfeld - SW ETB Essen 2:3
SC Kapellen-Erft - SpVg Schonnebeck 2:0
Germania Ratingen 04/19 - TuRU Düsseldorf 0:1
MSV Duisburg II - SV HöNie 3:0
TV Kalkum-Wittlaer - 1. FC Mönchengladbach 1:0

Die Tabelle
1. TSV Meerbusch
2. SC Düsseldorf-West
3. Wuppertaler SV
4. KFC Uerdingen
5. TuRU Düsseldorf
6. SpVg Schonnebeck
7. VfR Fischeln
8. Germania Ratingen 04/19
9. ETB Schwarz-Weiß Essen
10. MSV Duisburg II
11. SC Kapellen-Erft
12. TV Kalkum Wittlaer
12. 1. FC Mönchengladbach
14. 1. FC Bocholt
15. TV Jahn-Hiesfeld
16. VfB Hilden
17. SV HöNie
18. Rot-Weiß Oberhausen II

Der 8. Spieltag
SW ETB Essen - Wuppertaler SV
SC Düsseldorf-West - MSV Duisburg II
VfB Hilden - Germania Ratingen 04/19
SpVg Schonnebeck - VfR Fischeln
1. FC Mönchengladbach - 1. FC Bocholt
SV Hönnepel-Niedermörmter - TSV Meerbusch
TuRU Düsseldorf - TV Jahn-Hiesfeld
KFC Uerdingen - TV Kalkum-Wittlaer