Wolfsburgs Neuzugang Perisic - Allofs’ zweiter Streich

Wolfsburgs Neuzugang Perisic - Allofs’ zweiter Streich

Wolfsburgs Manager freut sich über Zugang Ivan Perisic — und ärgert sich über den nörgeligen Bernd Schuster.

Belek. Auf das Geld kommt es jetzt auch nicht mehr an. Rund acht Millionen Euro wird der VfL Wolfsburg in diesen Tagen an Borussia Dortmund überweisen. Der am Sonntag als fix vermeldete Wechsel des Kroaten Ivan Perisic vom amtierenden deutschen Meister zum Sorgenkind VfL Wolfsburg wird wohl der Königstransfer dieses Winters sein.

Statt mit dem BVB im spanischen La Manga zu üben, weilt Perisic nun mit Wolfsburg im türkischen Belek — und hat für das offizielle Foto schon posiert: Links der freigekaufte Trainer Dieter Hecking, der gerade erworbene Perisic in der Mitte, rechts der vor Wochen freigekaufte Manager Klaus Allofs — wieder einmal erfindet sich der Klub des Volkswagen-Konzerns völlig neu.

Bis 2017 hat der 23-Jährige unterschrieben. „Ich bin stolz, hier zu sein“, sagt Perisic natürlich, und das feudale Mannschaftsquartier in Belek, das von oben betrachtet aussieht, als wären einige Ufos am Strand der türkischen Riviera gelandet, bietet den passenden Rahmen.

In Dortmund galt der Kroate als wertvoller Reserve-Spieler mit Potenzial für die Stammelf, an Stars wie Mario Götze und Marco Reus aber kam er nicht vorbei. Und dass Perisics jüngere Kritik an Trainer Jürgen Klopp eine Rolle gespielt haben mag, ahnt der, der Klopp kennt. Trotzdem sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: „Wir hätten Ivan nicht abgegeben, wenn es nicht sein ausdrücklicher Wunsch gewesen wäre.“

Der 2011 für 5,5 Millionen Euro vom FC Brügge nach Dortmund gewechselte Perisic ist der erste Transfer, den Allofs mit seinem Wunschtrainer Dieter Hecking ausgeheckt hat. Zögern ist mal wieder nicht angesagt in Wolfsburg, und wenn man den Worten des arbeitslosen Fußball-Lehrers Bernd Schuster Glauben schenkt, hat Allofs diese Einstellung verinnerlicht.

Schuster hat in einem Interview die Integrität des Wolfsburger Managers in Abrede gestellt — weil Schuster als gefühlter Trainerkandidat Nummer eins eiskalt abserviert worden sei. „Im Nachhinein muss ich sagen, dass dort nicht mit offenen Karten gespielt wurde“, sagte Schuster. „Ich stand am Donnerstag, den 20. Dezember, schon auf dem Flughafen in München. Meine Koffer waren im Flieger, und ich stand mit meiner Bordkarte davor, als ich einen Anruf bekam und das Treffen abgeblasen wurde. Ohne Begründung.“

Allofs hingegen sagte am Sonntag, es sei ein Telefonat mit Schuster gefolgt.