Titelkampf ist berechenbar

Titelkampf ist berechenbar

Ja, der Titelkampf ist berechenbar, wie er es in Europa sonst kaum mehr ist.

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Was haben wir uns über die europäischen Ligen lustig gemacht. Viel Geld zirkulierte dort, gewiss, aber bitte: Spanien, Italien, England — sie alle galten als Ligen, dominiert von wenigen Topteams, spannungsarm, mit abnehmendem Zuschauerzuspruch. Dann haben wir die Bundesliga gelobt, in der die Titelträger wechselten wie Franz Beckenbauers Meinungen. Spannend, torreich, Zuschauerrekorde inklusive. Sind wir also so ehrlich und legen den Maßstab von einst an die aktuelle Situation: Die deutsche Liga ist im Titelkampf berechenbar geworden, wie sie es in England, Italien und Spanien nicht mehr ist. Das war sie im vergangenen Jahr, das ist sie gegenwärtig noch viel mehr. Wie langweilig ist es bitte, das Erreichen eines Champions-League-Platzes als höchstes Gut anzupreisen? Die begründete Demut aus Leverkusen, Dortmund oder Gladbach ist Ausdruck eines wahrhaftigen deutschen Fußball-Problems.

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