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Fußballtalk: Peter Stöger: Der nächste Geißbock heißt Lukas

Fußballtalk : Peter Stöger: Der nächste Geißbock heißt Lukas

Kölns Trainer präsentiert sich in Wuppertal als launiger und geerdeter Trainer.

Wuppertal. Gegen die Großen der Fußball-Bundesliga hat der Trainer Peter Stöger eine ausgesprochen gute Saisonbilanz: Gladbach, Leverkusen und Schalke hat der 1. FC Köln in dieser Saison schon besiegt. Vor dem Duell mit Borussia Dortmund am Samstag relativierte Stöger bei einem Fußball-Talk in der Wuppertaler Sparkasse am Montagabend allerdings die Erwartungen. „Träumen ist sicher erlaubt, aber wir müssen uns Schritt für Schritt entwickeln. Wenn wir in den nächsten zwei Jahren vielleicht mal an den Plätzen sechs oder sieben und dem Europa-Cup schnuppern können, wäre das schon eine große Herausforderung“, sagte Stöger und nannte Teams wie Gladbach, Augsburg oder Mainz als Vorbilder. Köln müsse allerdings mit deutlich geringerem Etat auskommen — kein Raum für Wunderdinge.

Seine eigene Zukunft sieht Stöger durchaus längerfristig in Köln. „Ich kann mir durchaus vorstellen, in Köln auch über das bisherige Vertragsende 2017 hinaus zu bleiben“, sagte der 49 Jahre alte Österreicher. Damit wäre er im Chaosclub von einst der dienstälteste Trainer seit Christoph Daum. „Köln gefällt mir nicht nur wegen des FC, sondern auch wegen der Stadt.“

Mit der Entwicklung seiner Mannschaft ist er zufrieden, in Torwart Timo Horn sieht er Kölns „nächsten Nationalspieler. Er hat bei der Auswahl der Torhüter hinter Manuel Neuer für die EM 2016 eine Chance verdient“. Überhaupt Nationalmannschaft, auch dazu gibt es eine Meinung: Das Synonym „Die Mannschaft“, das der DFB nach dem WM-Titel 2014 für das DFB-Team geprägt habe, findet der Österreicher „ein bisschen überheblich“.

Die Personalie Lukas Podolski, die beim FC immer ein Thema ist, hat Stöger eine klare Haltung: „Ich glaube, der Verein würde Lukas derzeit noch nicht verkraften.“ Starkult und Finanzen passten derzeit nicht recht ins Gefüge. Aber: „Wenn Maskottchen Geißbock Hennes einmal umbenannt wird, wird er sicher Lukas heißen.“

Trainer, die ihn in der Bundesliga am meisten beeindruckt hätten, seien Jürgen Klopp („Stark, was er aus Dortmund gemacht hat“) und Lucien Favre („Er versucht immer, seinen Mannschaften seine taktische Idee mitzugeben“). Stöger selbst bezeichnet seinen Stil, eher nah an der Mannschaft und für seine Spieler immer gesprächsbereit zu sein.

Die Vorstellung, dass Pep Guardiola den FC mal für drei Wochen übernehmen würde, um eventuell noch etwas herauszukitzeln, findet er zwar „reizvoll“, kann aber ansonsten zu Bayerns Meistertrainer wenig sagen. „Während Klopp und Favre in der Trainerszene sehr präsent waren, kenne ich ihn nur aus Pressekonferenzen. Danach ist er immer sofort weg.“