Nürnberger Balitsch: Probleme kann man ausräumen

Nürnberger Balitsch: Probleme kann man ausräumen

Nürnberg (dpa) - Hanno Balitsch ist ein Mann mit Ecken und Kanten. Seine Meinung hält er selten zurück. Das ist nützlich für einen Fußball-Profi, der im defensiven Mittelfeld für Aufräumarbeiten zuständig ist.

Sein Wechsel von Bayer Leverkusen zum 1. FC Nürnberg in der Winterpause sorgte vor allem in Hannover für großes Aufsehen, denn in ihrer gemeinsamen Zeit bei Hannover 96 waren Club-Trainer Dieter Hecking und Balitsch einmal heftig aneinandergeraten.

„Mich wundert es, dass es für viele so überraschend ist, dass man eine Meinungsverschiedenheit ausräumen kann und danach wieder gut zusammenarbeitet“, sagte Balitsch. In seiner fünfjährigen 96-Zeit war er nach einem Halbzeit-Disput mit Hecking vom Coach für ein Spiel suspendiert worden. Das Thema haben der 31-Jährige und sein alter und neuer Trainer inzwischen abgehakt. Nach seiner Aussortierung durch Robin Dutt in Leverkusen ist er sogar wegen und nicht trotz Hecking zum Club gegangen.

„Ich weiß, wie er eine Mannschaft führt und wie er Fußball spielen lassen will“, erläuterte Balitsch seine Beweggründe. „Für mich war in erster Linie entscheidend, wieder auf dem Platz zu stehen. Nürnberg war eine gute Option für mich“, sagte der Allrounder, der im Verlauf seiner Karriere reichlich Erfahrungen im Abstiegskampf (in Hannover), in der Champions League (in Leverkusen) und in der Nationalelf (ein Länderspiel 2003) gesammelt hat. Mit 284 Bundesligapartien zählt er zu den routiniertesten Profis überhaupt.

Damit erfüllt Balitsch exakt das Nürnberger Anforderungsprofil für eine Rückrunden-Verstärkung. „Wir haben nach einem gestandenen Führungsspieler gesucht. Hanno ist ein absolut verlässlicher Spieler, der auf allen defensiv orientierten Positionen spielen kann“, sagte Hecking. „Ich kenne ihn aus meiner Zeit in Hannover und weiß, dass er sportlich und charakterlich sehr gut in unser Team passen wird“, fügte der Club-Coach hinzu, der seit Jahren in Bad Nenndorf vor den Toren Hannovers lebt.

Die gemeinsame Rückkehr zu ihrem früheren Verein fiel allerdings aus. Nach dem Rückrundenauftakt gegen Hertha musste Balitsch wegen einer Oberschenkelverletzung frühzeitig auch für das Spiel der Franken in Hannover absagen und sein Debüt im Nürnberger Trikot um mindestens eine Woche verschieben. Überstürzen will der Mittelfeldspieler nichts, sich verbiegen lassen auch nicht. Nach der Enttäuschung mit Dutt in Leverkusen will er in den nächsten Monaten seine Rolle als Nürnberger Führungsspieler offensiv erfüllen. „Ich bin sicherlich ein Spieler, der auf dem Platz viel spricht und versucht, den anderen damit zu helfen“, sagte Balitsch.

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