Meier für Frankfurt unersetzbar - Schaaf: Brauchen ihn

Meier für Frankfurt unersetzbar - Schaaf: Brauchen ihn

Frankfurt/Main (dpa) - Alexander Meier ist in Frankfurt Kult. „Fußballgott“ skandieren die Fans, wenn der gebürtige Hamburger wieder einmal für das bejubelt wird, was er am besten kann: Tore erzielen.

Zwei steuerte der 1,96 Meter lange Schlaks zum 3:2 (1:1) in der Fußball-Bundesliga gegen den 1. FC Köln bei. Das Urgestein machte sich einmal mehr unentbehrlich im Kreis der Eintracht.

„Wir wissen um seine Stärke vor dem Tor, wir brauchen seine Stärke und seine Tore“, sagte Trainer Thomas Schaaf nach aufregenden 90 Minuten in der mit 51 500 Zuschauern ausverkauften Commerzbank Arena. Meier gab sich wie immer bescheiden im Erfolg und lobte Haris Seferovic für die Vorlagen zu seinen Treffern (44./54. Minute). „Ich kann mich nur bedanken, dann war es nicht mehr allzu schwer.“

Zum Saisonstart saß der „Lange“ mit dem lustigen Zöpfchen auf der Bank - und im Schmollwinkel. Argwöhnisch reagierte das Fußball-Volk. Wollte Schaaf etwa im Frankfurter Umbruchjahr die Ikone ins zweite Glied stellen? Der neue Eintracht-Coach wusste es besser. „Alex hatte überhaupt gar keinen Rhythmus und kam nicht ins Spiel. Jetzt ist er besser drauf. Ich bin froh, dass es jetzt funktioniert.“

Vier Treffer in den letzten vier Spielen sind der Beweis. Im Schweizer Seferovic scheint Meier einen kongenialen Partner gefunden zu haben. „Er kommt viel über die Flügel, das kommt mir entgegen. Wir wussten, wenn wir über außen kommen, finden wir irgendwann den Richtigen. Zum Glück hat das heute geklappt“, meinte Meier. Seferovic, der unter der Woche kränkelte, war richtig platt. „Das war sehr schwer, ich habe alles gegeben“, meinte der Schweizer.

Der bedingungslose Kampf seiner Mannschaft gefällt Schaaf. „Einsatz, Wille, Leidenschaft, es macht Spaß, auch wenn wir noch zu viele Ballverluste haben. Wenn wir den Ball hatten, haben wir oft den Gegner nicht in Verlegenheit gebracht. Das Ergebnis ist aber Bestätigung und gibt uns Kraft für unseren weiteren Weg. Wir können viel besser spielen“, betonte der Eintracht-Coach. Zwölf Punkte aus sieben Spielen seien eine schöne Momentaufnahme. „Damit gerechnet habe ich nicht. Beschweren will ich mich aber nicht“, meinte Schaaf.

Nach dem Kraftakt gegen einen starken Aufsteiger aus Köln, der durch Marcel Risse (15.) früh in Führung ging und nach Meiers Doppelpack durch das erste Bundesligator von Jonas Hector (65.) zum Ausgleich kam, ist Schaaf froh um die Länderspielpause. „Der Dreier gibt ein gutes Gefühl, wir gehen mit einem positiven Ergebnis in die Pause“, sagte Schaaf. Beim SC Paderborn soll dann der Erfolgsweg weitergehen.

Das Ende der Torflaute nach 432 Minuten konnte die Kölner nicht aufheitern. Das unglückliche Eigentor von Kevin Wimmer (79.) war der Höhepunkt zahlreicher Abwehrschwächen. „Wir haben uns die Niederlage selbst anzukreiden. Wir hatten noch genug Möglichkeiten, zu eigenen Torerfolgen zu kommen. Die Niederlage ist sehr bitter, weil für uns mehr drin war“, klagte der Unglücksrabe aus Österreich.

Trainer Peter Stöger war trotz des „ordentlichen Spiels“ bedient angesichts der Torflut mit fünf Treffern. So viele Tore waren in allen sechs Spielen der Kölner zuvor zusammen gefallen. „Es ist bitter, wenn man sehr einfache Gegentore bekommt. Es war heute viel mehr drin“, klagte der Österreicher, der mit seinem Team die dritte Niederlage in Serie hinnehmen musste.

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