Liga-Chek 17/18: Eintracht Frankfurt - Die Multi-Kulti-Truppe aus Hessen

Liga-Chek 17/18 : Eintracht Frankfurt - Die Multi-Kulti-Truppe aus Hessen

Eintracht Frankfurt geht mit Spielern aus 16 Nationen in die Saison. Was das Team von Nico Kovac leisten kann, ist schwer zu sagen.

Frankfurt. Die Frankfurter Eintracht bleibt das Sammelbecken internationaler Kicker. Mit wenig Geld hatten die Eintracht-Macher im vergangenen Jahr einen Kader geschaffen, der mit Platz elf am Ende die Erwartungen mehr als erfüllt hat. In der Hinrunde überraschten die Frankfurter sogar mit Tabellenplatz sechs. Doch erneut gibt es einen großen Umbruch in Frankfurt. Die Mannschaft muss mit zahlreichen Wechseln klarkommen.

Foto: dpa

Nico Kovac und Fredi Bobic sind ihrer Linie aus dem vergangen Jahr treu geblieben. Im Kader sind viele Spieler, die kaum jemand in Deutschland kannte und kennt. 13 Neuzugänge aus neun Nationen sprechen für sich.

Während im vergangen Jahr noch ein Großteil der Spieler ausgeliehen war und am Ende der Saison zu ihren Clubs zurück mussten, hat Frankfurt anscheinend daraus gelernt und lediglich drei der 13 Spieler ausgeliehen. Bitter allerdings, dass sich der mexikanische Innenverteidiger Carlos Salcedo beim Confed-Cup schwer an der Schulter verletzt hat und für einige Monate ausfallen wird.

Durch die Verpflichtung von Metro Willems aus Eindhoven und Carlos Salacedo aus Guadalajara hat Frankfurt gut auf die Abgänge von Bastian Oczipka und Jesus Vallejo reagieren können. Mit Danny da Costa aus Leverkusen wurde eine Alternative zu Timothy Chandler geholt.

Mit Gelson Fernandes und Jonathan de Guzmán sollte Frankfurt das durch die Ausfälle von Makoto Hasebe, Omar Mascarell und Marc Stendera entstandene Loch im defensiven Mittelfeld gut stopfen können. In der Offensive stehen mit Daichi Kanada, Sébastien Haller und Luka Jovic mehr kreative Akteure als in der vergangenen Saison zur Verfügung.

Der Abgang vom Schweizer Nationalspieler hatte sich früh angekündigt, der französische U21-Nationalspieler Sébastien Haller soll die Alternative sein. Der 23-Jährige wird als eines der Top Talente in Europa gehandelt.

Der Weggang von Bastian Oczipka dagegen hat den Frankfurtern mit Sicherheit mehr zugesetzt. Er war in der Mannschaft und beim Anhang aufgrund seiner Fähigkeiten sehr beliebt. Der niederländische Nationalspieler Jetro Willems soll ihn ersetzen.

Irgendwie typisch für Alex Meier, dass er nach seiner langen Verletzung aus der vergangenen Saison beim Joggen im Urlaub in Miami so unglücklich umgeknickt ist, dass er sofort operiert werden musste. Noch unglücklicher als der Sportunfall ist seine Borreliose-Erkrankung. Ob der Frankfurter Fußballgott noch einmal zu alter Stärke zurückfindet, ist eher unwahrscheinlich. Es scheint, als müsste Meier seinem Alter und seinem Körper Tribut zollen.

Zu hoffen wäre das für die Frankfurter. Die finnische Spinne war die Lebensversicherung der vergangenen Saison. Fredi Bobic versucht seit Wochen, den nächste Saison auslaufenden Vertrag frühzeitig zu verlängern. Bisher ohne Erfolg. Die Zeichen stehen zur Zeit eher auf Abschied — aber erst nach der Saison.

Sehr wahrscheinlich. Mit Bastian Oczipka hat der oftmals einzige Deutsche in der Startelf die Eintracht verlassen. Mit der Verletzung von Carlos Salcedo hat zwar Marco Russ gute Chancen auf einen Einsatz, wenn er sich gegen seinen Konkurrenten Andersson Ordónez durchsetzten kann. Neben Russ hat Frankfurt nur noch zwei gestandene deutsche Profis im Kader: Alex Meier und Marc Stendera.

Mehr von Westdeutsche Zeitung