Immer schlimmer: Werder taumelt auch im neuen Jahr

Immer schlimmer: Werder taumelt auch im neuen Jahr

Belek (dpa) - Die Talfahrt von Werder Bremen geht auch im Jahr 2011 unvermindert weiter. Mit Blamagen gegen Zweitligist MSV Duisburg (1:4) und den türkischen Mittelklasse-Verein Eskisehirspor (1:3) kehrten die Norddeutschen aus dem achttägigen Trainingslager im türkischen Belek zurück.

Geschäftsführer Klaus Allofs kommentierte dennoch: „Insgesamt gesehen sind wir mit der Trainingsarbeit hier in Belek weitestgehend zufrieden. Sieht man jedoch nur die reinen Resultate, war es nicht positiv.“ Ein Remis gegen Trabzonspor (1:1) war das einzige Positiv-Erlebnis für den Fußball-Bundesligisten. Bei den Pleiten gegen Duisburg und Eskisehirspor agierte die Mannschaft allerdings wie in den meisten Hinrunden-Spielen. Sie verlor nach dem ersten Gegentor die Ordnung und war viel zu passiv. Die Anzahl an individuellen Fehlern ist weiter erschreckend hoch, die Zweikämpfe werden nicht angenommen. Immerhin sagte Allofs: „Wenn wir so spielen wie gegen Eskisehirspor, wird es generell schwer, Spiele zu gewinnen.“

Anders als von den Bremer Verantwortlichen und Spielern in den ersten Tagen von Belek hervorgehoben, haben die Profis offenbar doch nicht verinnerlicht, worum es in der aktuellen Situation geht. „Wer es jetzt nicht begriffen hat, den wollen wir nicht mehr haben“, sagte Kapitän Torsten Frings. Nur einen Tag später setzte es die peinliche Pleite gegen den 13. der türkischen Süper-Lig.

Trainer Thomas Schaaf fand eine erstaunliche Erklärung: „Es war die letzte Partie vor dem Start. Da wollte sich keiner verletzen.“ Der 49-Jährige wirkte nach dem Debakel aber nicht nur äußerlich angeschlagen. „Das können wir nicht akzeptieren. Wir sind gefordert, da brauchen wir nichts schönzureden. Umso konzentrierter werden wir in den nächsten Tag auf dem Trainingsplatz arbeiten“, kündigte der Coach an. Das sind Sätze, die vom Bremer Übungsleiter seit Monaten zu hören sind. Verbesserungen gab es allerdings nicht.

Schaaf und Allofs wirken, als hätten sie keinen Plan, wie sie aus der schlimmsten Krise seit dem Amtsantritt im Sommer 1999 herauskommen können. Der Sturm-Tausch Hugo Almeida gegen Denni Avdic macht die kriselnde Truppe derzeit nicht stärker. Im Gegenteil: Der Schwede zeigte in Belek noch deutlichen Nachholbedarf.

Probleme gibt es auch bei den Führungsspielern. Während Claudio Pizarro noch von der Europa League träumt, wird Frings deutlicher: „Was Claudio sagt, interessiert mich nicht. Wir müssen erst mal Leistung bringen und brauchen Spieler, die an einem Strang ziehen.“

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