Heldt (noch) nicht in Schalke

Heldt (noch) nicht in Schalke

Bundesliga: Schalkes Manager Felix Magath hat erneut Interesse am VfB-Manager. Die Schwaben verweigern die Freigabe.

Gelsenkirchen. Ein paar hundert Zuschauer waren gekommen, um die ersten Übungen der Schalker Profis für die neue Saison zu begutachten. Wahrscheinlich waren es deshalb deutlich weniger Menschen als in den vergangenen Jahren, weil sich in der Sommerpause überraschend wenig getan hatte im Mannschaftskader. Spektakuläre Zugänge gab es jedenfalls bisher nicht zu vermelden. Der einzig namhafte neue Akteur, Christoph Metzelder, war am Mittwoch noch nicht dabei. Offenbar, weil sein Vertrag bei Real Madrid noch bis zum 30. Juni läuft und er deshalb nicht an den Leibesübungen auf dem Schalker Feld teilnehmen durfte. "Ich habe es noch nicht erlebt, dass einem Spieler die Trainingserlaubnis verweigert wird", klagte Trainer Felix Magath. Ebenfalls nicht beim Start mit dabei waren Jefferson Farfan und Rafinha.

Und auch außerhalb des Feldes dürfte sich derzeit nichts Neues tun, auch wenn sich Felix Magath in den letzten Tagen und Wochen offenbar darum bemüht hatte, personelle Unterstützung bei der Erledigung seiner administrativen Aufgaben zu bekommen.

Horst Heldt, der derzeitige Manager des VfB Stuttgart und langjährige Freund des 56-Jährigen schien - wie bereits vor einem Jahr - der Auserwählte Magaths zu sein.

"Wir kennen uns schon lange und haben ein gutes Verhältnis. Wir haben verabredet, dass wir miteinander sprechen, wenn er nicht mehr beim VfB sein will oder wird", sagte Magath. So weit ist es allerdings noch nicht, denn der 40-Jährige hat noch einen bis 2013 laufenden Vertrag. "Er hat mir gesagt, dass er beim VfB nicht ganz zufrieden ist", fügte Magath noch an.

Allerdings schienen die Vorstandskollegen in Stuttgart von Heldts Meinung und den daraus folgenden Schalker Avancen überaus überrascht gewesen zu sein. Allen voran Präsident Erwin Staudt, der spontan zum Telefonhörer griff und alle Zeitungsredaktionen rund um Stuttgart abtelefonierte, um die vorzeitige Vertragsauflösung, die vorher in verschiedenen Medien vermeldet wurde, zu verneinen. "Es gibt aus meiner Sicht keinen Zweifel, dass der Vertrag erfüllt werden muss."

Ob eine Zusammenarbeit zwischen Heldt und dem VfB unter diesen Umständen noch möglich sein wird, erscheint nach dem Bekanntwerden der der Heldt’schen Zweifel eher unwahrscheinlich. "Von unserer Seite werden wir nicht aktiv. Wenn Heldt in Stuttgart bleibt, ist das auch schön, dann sind wir eben weiter Konkurrenten", sagte Magath. Über Geld, um Heldt aus seinem Vertrag herauszukaufen, dürften die Schalker nicht verfügen.

Und so ist der Versuch Magaths, seine Machtfülle auf Schalke mit einem weiteren Vertrauten weiter auszubauen, erst einmal gescheitert. Offenbar war der Vorstandssitz des am 30.Juni scheidenden Präsidenten Josef Schnusenberg für Heldt vorgesehen. "Das ist wie bei Spielertransfers: Wenn sich die Gelegenheit ergibt, schlagen wir zu", sagte Magath.