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3:0 gegen VfB: Gladbach feiert zehnten Heimerfolg in Serie

3:0 gegen VfB : Gladbach feiert zehnten Heimerfolg in Serie

Im Spiel gegen den VfB Stuttgart hat sich Gladbach mit einem 3:0 durchgesetzt. So kann die Elf von Dieter Hecking Tabellenplatz zwei verteidigen. Der Sieg gegen Stuttgart ist der zehnte Sieg in Serie vor eigenem Publikum. Eine Analyse:

Borussia Mönchengladbach hat in der Fußball-Bundesliga am 14. Spieltag durch einen 3:0 (0:0)-Heimerfolg gegen den VfB Stuttgart Tabellenplatz zwei behaupten und so den Überholversuch von Rekordmeister Bayern München im Rennen um die Plätze hinter Spitzenreiter Dortmund vorerst ausbremsen können. Nicht nur das - die Elf von Cheftrainer Dieter Hecking stellt einen neuen Rekord im Borussia-Park auf. Der Erfolg gegen die Schwaben ist nicht nur der siebte Heimdreier in dieser Spielzeit, sondern saisonübergreifend der zehnte Sieg in Serie vor eigenem Publikum. Die Heimstärke ist die Grundlage für den derzeitigen sportlichen Erfolg des Traditions-Klubs vom linken Niederrhein.

Die Statistik des Spiels

Borussia hatte 23 zu sieben Torschüsse. 67 Prozent Ballbesitz. Eine Zweikampfquote von 60 Prozent. Eine Passquote von 92 Prozent. Mehr Ecken. Mehr Flanken aus dem Spiel heraus. Gladbachs Erfolg gegen Stuttgart ist also kein Zufallsprodukt.

Der Joker des Spiels

Der heißt Florian Neuhaus. Der junge Mittelfeldspieler bereitet nicht nur den Führungstreffer des ebenfalls eingewechselten Raffael gekonnt vor, sondern erzielt wenige Augenblicke später höchstpersönlich den Treffer zum vorentscheidenden 2:0 – es ist Neuhaus‘ erster Treffer in der Bundeliga in seiner zugleich ersten Saison in der Beletage.

Der Pechvogel des Spiels

Alassane Plea wollte unbedingt ein Tor machen, das gelang ihm auch, allerdings zählte der Treffer des Franzosen nicht, da er wohl haarscharf im Abseits gestanden hatte. Wäre Plea in dieser Situation in der 26. Minute nicht zum Ball gegangen, die Kugel wäre wohl auch so im Stuttgarter Gehäuse gelandet. Pech für Borussia und Plea, in diesem Fall wäre wohl weniger mehr gewesen.

Der Aufreger des Spiels

Vor dem Anpfiff des Liga-Duells ereigneten sich rund um den Borussia-Park Jagdszenen zwischen Chaoten aus beiden Fan-Lagern. Was zu einem vorübergehenden Verkehrschaos samt Sperrung des unmittelbar an der VfL-Arena gelegenen Parkplatzes vier führte. Einige Busse aus Stuttgart, besetzt mit sogenannten Ultras, hatten die vorgegebene Route zum Stadion verlassen und waren statt zum Gästeparkplatz in den Bereich der Gladbacher Fans gefahren. Dort sollen sie auf Borussen-Ultras getroffen sein. Offenbar stürmten Stuttgarter Chaoten aus den Bussen, es soll im Bereich von Parkplatz vier zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Gruppen gekommen sein. Die Polizei und die Sicherheitskräfte sollen die Situation jedoch rasch wieder in den Griff bekommen haben. Es wurden dutzende Personalien aufgenommen. Offenbar ist im Anschluss Teilen der Stuttgarter Ultras der Zugang zum Borussia-Park verweigert worden, sie sollen stattdessen von den Ordnungshütern wieder auf die Heimreise geschickt worden sein.

Die Chronik des Spiels

Bevor die Gladbach-Fans unter den 48590 Zuschauern jubeln durften, war zunächst Geduld im VfL-Lager gefragt. Borussia hatte zwar einige gute Abschlüsse (Plea, Hazard, Strobl), aber VfB-Schlussmann Zieler war hellwach, parierte jeweils sicher. Zieler hatte auch das Glück des Tüchtigen, als Plea die Kugel über die Linie drückte, doch der Treffer des Franzosen zählte nicht, Borussias Stürmer stand knapp im Abseits. Auf der anderen Seite demonstrierte Torhüter Sommer seine Klasse, als er Stuttgarts Gomez im Eins-gegen-Eins abkochte und so eine hundertprozentige Torchance der Gäste entschärfte.


Nach der Pause bohrte Borussia dann erfolgreich durch den Schwaben-Beton. Joker Neuhaus bediente Joker Raffael, der Brasilianer zeigte Köpfchen, 1:0, erster Saisontreffer für den Maestro. Kurz darauf der große Auftritt von Neuhaus, der die VfB-Abwehr austanzte und auf 2:0 stellte. Torpremiere in Liga eins für Florian. Bei Stuttgart sah im Anschluss Thommy Gelb-Rot, kurz darauf stellte Pavard per Eigentor nach Stindl-Hereingabe auf 3:0. Das Spiel war entschieden.

Die Trainer-Stimmen

Dieter Hecking (Borussia Mönchengladbach): Wir wussten, dass der VfB nicht mit offenem Visier spielen würde und die Räume sehr eng machen wollte. Dennoch haben wir schon in der ersten Hälfte ein sehr gutes Positionsspiel gehabt. Wir hatten in dieser Phase vielleicht nicht ganz den Zug zum Tor, trotzdem hatten wir in der ersten Halbzeit auch schon drei, vier gute Möglichkeiten. Ich habe darauf spekuliert, dass die Lücken in der zweiten Halbzeit kommen, wenn wir das Tempo hochhalten. So ist es dann gekommen, die Mannschaft hat es nach der Pause hervorragend umgesetzt. Alle drei Einwechselspieler haben sofort Schwung reingebracht, diese Qualität hatten wir in der letzten Saison nicht. Die, die von der Bank kommen, können Spiele entscheiden. Das zeichnet uns aus.

Markus Weinzierl (VfB Stuttgart): Es ist viel zusammengekommen, das habe ich selten erlebt. Wir haben es 70 Minuten ordentlich gemacht, waren defensiv stabil und haben gut verteidigt. Aber wir mussten schon in der ersten Halbzeit Dennis Aogo auswechseln, in der Pause dann Andreas Beck. Borussia hat offensiv zweimal gewechselt und damit noch mal Schwung reingebracht. Dann fallen zwei Gegentore, wir bekommen eine Gelb-Rote Karte, Pavard macht ein Eigentor und muss dann auch noch verletzt raus. Zu acht war es am Ende dann natürlich unheimlich schwer. Wir hatten insgesamt auch nur zwei Chancen. Aber mehr bekommt man im Borussia-Park auch nicht, weil die Gladbacher aktuell eine Spitzenmannschaft sind. Sie haben gegen uns sukzessiv den Druck erhöht, und wir konnten nach dem 0:1 nicht mehr dagegenhalten.