„Geist von Belek“ soll FCA wieder beflügeln

„Geist von Belek“ soll FCA wieder beflügeln

Belek (dpa) - Mit dem sprichwörtlichen „Geist von Belek“ hat der FC Augsburg schon einmal beste Erfahrungen gemacht - nach einem intensiven Trainingslager in der Türkei wollen die Schwaben auch 2015 wieder für Furore sorgen.

Anders als vor zwei Jahren, als die Reise an die Mittelmeerküste für den in der Fußball-Bundesliga weit abgeschlagenen FCA noch ein banger Krisen-Trip war, herrschte nun gelöste Stimmung. „Dieses Mal haben wir die Feiertage mit einem Lächeln verbracht“, sagte Kapitän Paul Verhaegh. Spätestens zum Rückrunden-Start will Markus Weinzierl dann aber in den Wettkampfmodus umschalten. „Wir müssen wieder hungrig sein“, forderte der Trainer.

Zum Abschluss des Trainingslagers in Belek hatte der Sechstplatzierte der Bundesliga am Sonntag einen Test gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 1:2 (0:1) verloren. Unabhängig von der Niederlage war Weinzierl mit den acht Tagen in der Türkei zufrieden. „Wir hatten gute Plätze, anspruchsvolle Gegner und das Hotel für uns exklusiv. Bei uns im Hotel waren keine anderen Mannschaften, keine Berater und keine Journalisten. Wir hatten dort unsere Ruhe“, erklärte der Trainer.

Weinzierl ändert sein Erfolgsrezept also nicht, so unbemerkt wie möglich bastelt er bei den Fuggerstädtern an der Zukunft. Trotz der für FCA-Verhältnisse herausragenden Hinrunde kommen ihm forsche Prognosen oder neue Zielvorgaben nicht über die Lippen. 40 Punkte für den Klassenverbleib wollen die Augsburger erreichen, mehr vorerst - zumindest offiziell - nicht. „Wir haben eine klare Spielphilosophie, und da wollen wir 2015 weitermachen“, kündigte Verhaegh an.

An diese Philosophie musste sich auch Neuzugang Pierre-Emile Höjbjerg gewöhnen, der vom FC Bayern ausgeliehen wurde, deswegen auf eine besondere Behandlung oder gar Stammplatzgarantie aber nicht hoffen darf. „Er muss sich natürlich unserem System anpassen, und dann wird er auch seine individuelle Qualität zeigen“, meinte Weinzierl.

Der Däne ist motiviert. „Ich stehe jeden Tag auf und sage mir, dass ich besser werden will“, sagte er. „Ich will auch der Beste der Welt sein, obwohl es da keine große Chance gibt. Es ist kaum möglich, auf einem Niveau wie Messi oder Ronaldo zu spielen.“ Das soll er beim FCA auch nicht, wie Weinzierl andeutete: „Er muss sich genauso wie die anderen Spieler zerreißen und über den Kampf ins Spiel kommen.“

Marcel de Jong scheint dagegen keine Zukunft bei den Augsburgern zu haben, er hält seinen Wechselwunsch schon seit Wochen nicht geheim. „Es ist schwierig ins Detail zu gehen. Aber es ist nicht leicht für einen Trainer, wenn ein Spieler mit einem anderen Verein liebäugelt und das auch nach außen transportiert“, erzählte der Coach.

Weinzierls Sorgen sind überschaubar, vor allem im Vergleich zu 2013, als dem Verein nach neun Punkten in der Hinrunde kaum jemand den Klassenverbleib zugetraut hatte. An entspannte Blödeleien war damals nicht zu denken - diesmal setzte sich der slowenische Profi Tim Matavz für den vereinseigenen TV-Sender vor die Kamera und probierte sich an deutschen Begriffen. „Fallrückzieher“ und „spektakulär“ klappten noch recht gut, bei „Schweinshaxn“ und dem bayerischen „Oachkatzlschwoaf“ tat sich der Stürmer schon ein bisschen schwerer.

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