Xhakas Ballverlust kostet Gladbach Punkte

Xhakas Ballverlust kostet Gladbach Punkte

20-Jähriger wollte seine Qualität beweisen. Am Ende hieß es 1:0 für Hamburg.

Hamburg. Die euphorischen Europapokal-Rufe der Hamburger waren nicht zu überhören, da verließ ein zu Tode betrübter Granit Xhaka mit gesenktem Haupt das Spielfeld. Ein „nur weg hier“ schien dem 20-Jährigen durch den Kopf zu gehen, als er wortlos in die Kabine verschwand.

Xhakas Frust nach der 0:1-Pleite der Gladbacher Borussia beim HSV war nur zu verständlich. Dem Mittelfeldspieler war durch einen Ballverlust der entscheidende Fauxpas unterlaufen — den Rafael van der Vaart prompt mit einem Kunstschuss (24.) aus rund 25 Metern in den Winkel bestrafte.

Die Geschichte des ereignisarmen Duells zweier Konkurrenten um die Qualifikation für den Europapokal wäre damit schon erzählt. Nach dem 3:3-Spektakel in der Europa League gegen Lazio Rom lieferte Gladbach nur etwa 40 Stunden später in Hamburg Hausmannskost ab.

Die von Trainer Lucien Favre auf fünf Positionen geänderte Elf stand in der Abwehr zwar meist sicher, agierte in der Offensive allerdings zu harmlos. So reichte dem HSV eine mittelprächtige Vorstellung, um Borussia in die Knie zu zwingen. Und die Krise von 8,5-Millionen-Euro-Mann Xhaka zu verschärfen.

Seit seinem Wechsel aus Basel hat der schweizer Nationalspieler enorme Probleme, sich an das Bundesliga-Niveau zu gewöhnen. Der Fehler beim HSV war nicht der erste, deshalb hatte er Mitte Oktober seinen Stammplatz verloren. Tempo, Ballannahme, schnelles Umschalten — auch gedanklich — hatte Trainer Favre als Defizite ausgemacht, die zu korrigieren seien.

Hamburg sollte für Xhaka nun die Bühne sein, um seine Qualitäten und Trainingsfortschritte zu präsentieren. Stattdessen wird nun über ein vorzeitiges Ende der Liaison spekuliert. Gegenüber den Medien schweigt Xhaka, der Jungspund wird von Borussia abgeschirmt. Lediglich ein Statement von ihm gab es gestern auf der Internetseite des Klubs. „Ich weiß, dass es mein Fehler war, über den ich mich selbst am meisten ärgere.“

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