Xhaka schon im Arsenal-Dress

Der Gladbacher Rekordtransfer ist in trockenen Tüchern.

Mönchengladbach/London. Noch vor einigen Tagen hatte Max Eberl, Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, Journalisten belächelt, die von einem 45-Millionen-Euro-Angebot Arsenal Londons für Granit Xhaka berichtet hatten. Wenige Tage später scheint der Transfer zu jenen Konditionen fix zu sein. Am Wochenende sind erste Bilder aufgetaucht, die den Schweizer beim Foto-Shooting im neuen Trikot des FC Arsenal zeigen. Auch der Medizincheck beim Premier League Club soll schon hinter dem Gladbacher Teamkapitän liegen, die Dinge scheinen in trockenen Tüchern.

Eine offizielle Bestätigung des Transfers gab es bis gestern von beiden Clubs noch nicht, wird aber in dieser Woche erwartet. Auf Eberl wartet nun ein Geldregen, der Gladbach einiges ermöglicht. Und der die Erkenntnis des Sportdirektors schärft, auch künftig auf junge Spieler zu setzen, sie mit der Borussia größer zu machen und mit hohem Gewinn zu veräußern. Verpflichtet hatten die Gladbacher den Schweizer Nationalspieler 2012 für etwa 8,5 Millionen Euro.

Bisher hatte dem Verein der Wechsel von Marco Reus zu Borussia Dortmund (17,1 Millionen Euro) die höchste Transfereinnahme der Geschichte beschert. Auch im Fall Reus konnte Eberl ein gewaltiges Plus verbuchen. Drei Jahre zuvor hatte ihn der Sportdirektor vom Zweitligisten Rot-Weiß Ahlen für eine Million Euro verpflichtet.

Granit Xhaka hatte schon beim letzten Testspiel der Borussia beim Oberligisten SC Spelle-Venhaus (6:2) gefehlt und bestreitet ab dem 10. Juni die Fußball-EM in Frankreich. Danach wird er dann beim Club von Manager Arsene Wenger starten, bei dem auch Mesut Özil und Per Mertesacker unter Vertrag stehen. Der 23 Jahre alte Xhaka bestritt 140 Spiele für Mönchengladbach und erzielte dabei neun Tore.

Für Arsene Wenger war der defensive Mittelfeldspieler mit Passstärke und dominantem Auftritt ein absoluter Wunschspieler. Seit 2005, mit dem Abgang von Patrick Vieria hat Arsenal im Zentrum ein Qualitätsproblem. Und Xhaka, einst als begabt, aber undiszipliniert verschrien, ist noch einmal gewachsen, seit ihn Trainer André Schubert zum Kapitän der Gladbacher Elf gemacht hatte.

In der Vorrunde der abgelaufenen Saison war der Schweizer noch drei Mal vom Platz geflogen, in der Rückrunde hatte er sich besser im Griff und kassierte in 13 Spielen nur eine Gelbe Karte. Wenger geht wenig Risiko: Dass Xhaka bei Arsenal eine gute Rolle spielen wird, ist dank seiner Fähigkeiten, seines Anspruchs und seines Selbstbewusstseins fast sicher. kup