Borussia Mönchengladbach: Wie Peer Kluge in der Winterpause zum Stammzellenspender wurde

Borussia Mönchengladbach: Wie Peer Kluge in der Winterpause zum Stammzellenspender wurde

Der ehemalige Profi von Borussia Mönchengladbach war der erste und ist bis heute einzige Fußballprofi, der Stammzellen gespendet hat. Das Thema Knochenmarkspende ist 2017 aktueller denn je.

Mönchengladbach. Im Herbst 2005 spielte Peer Kluge als defensiver Mittelfeldspieler bei Borussia Mönchengladbach. Zu dieser Zeit hat der Verein einen Aufruf der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) für ein an Leukämie erkranktes Mädchen unterstützt. Das an Blutkrebs erkrankte Kind benötigte dringend eine Stammzellenspende. Die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach lies sich als Spender registrieren. "Natürlich hatten wir als Fußballer, die in der Öffentlichkeit präsent sind, eine besondere Rolle, aber für mich war das eine persönliche Überzeugung und von Anfang an selbstverständlich", erinnert sich Kluge heute an die Entscheidung. Er hat seine Erinnerungen aufgeschrieben und in einem Blog der DKMS veröffentlicht.

Foto: Olaf Rentsch

Zwei Monate später wurde er von der DKMS kontaktiert, dass er als Spender in Frage kommen würde. In der Winterpause, am zweiten Weihnachtsfeiertag 2005, war es dann so weit: Kluges Spende wurde in der Dresdner Universitätsklinik entnommen. "Die Spende selbst war ein schönes Gefühl, denn man wusste ja, dass man etwas Gutes tut. Es war auch überhaupt nicht anstrengend, ich wurde die ganze Prozedur über toll betreut", sieht der Profi den Eingriff im Rückblick. Die Spende ging an eine Frau in den USA. Obwohl Peer Kluge sie nicht kannte, war es für ihn ein Schock, als er ein paar Monate später mitgeteilt bekam, dass sie es nicht geschafft hatte.

Peer Kluge spielte von 2001 bis 2007 bei Borussia Mönchengladbach. Zuvor hatte er beim Chemnitzer FC seine Profikarriere gestartet. Nach seiner Zeit bei der Fohlenelf spielte er beim 1. FC Nürnberg, FC Schalke 04, Hertha BSC Berlin und Arminia Bielefeld. Im Jahr 2016 beendete er seine aktive Laufbahn. Bis heute fühlt er sich dem DKMS verbunden - und ist immer noch der einzige Fußballprofi der Stammzellen gespendet hat.

Das Thema Knochenmarkspende ist auch 2017 aktuell - und rückt derzeit wieder verstärkt in den Fokus: Bundesweit berichten zahlreiche Medien über das Schicksal des neun Wochen alten Babys Mattheo. Der Säugling leidet an einem seltenen Immundefekt, der so genannten Chronischen Granulomatose (CGD), und sucht dringend einen passenden Stammzellspender - seine einzige Chance, gesund zu werden. "Nur eine Stammzelltransplantation kann die CGD wirklich heilen und so auch schwerwiegende Komplikationen verhindern, die andernfalls trotz Prophylaxe auftreten können", zitiert die DKMS Professor Michael Albert vom Universitätsklinikum München in einer Presseinformation. Immerhin: Die Chancen, die CGD durch einen Transplantation zu heilen, liege bei rund 90 Prozent - und darüber.