Borussia M’Gladbach : Vier Gründe warum Gladbach so gut ist

Mit dem 2:1 über Schalke feiert die "Fohlenelf" ihren besten Saison-Start seit sieben Jahren und ist von den eigenen Qualitäten begeistert.

Matthias Ginter hatte in der vergangenen Woche fleißig geübt. Der Innenverteidiger von Borussia Mönchengladbach war im Trikot der deutschen Nationalmannschaft sowohl gegen Frankreich als auch gegen Peru im Anschluss an einen Eckstoß mit einem Kopfball gescheitert. Gegen den FC Schalke 04 nun traf Ginter am Samstag nach einem Eckball von Jonas Hofmann schon in der dritten Minute zum 1:0 und leitete damit das am Ende verdiente 2:1 (1:0) der "Fohlenelf" ein. "Ja, aller guten Dinge sind eben drei", meinte Ginter mit einem Augenzwinkern.

Der 24-Jährige erklärte das Geheimnis seines Erfolges mit einer Portion Eigeninitiative. "Beim Spiel gegen Frankreich in München hat Miroslav Klose die Nationalmannschaft besucht, da habe ich mir bei ihm ein paar Tipps geholt. Und nach der Partie gegen Peru habe ich mir auf Video einige Szenen von Sergio Ramos angeschaut. Klose und Ramos sind ja nicht die schlechtesten Kopfballspieler", sagte Ginter. Gegen Schalke war seine Mühe gleich der Grundstein zum fünften Bundesliga-Heimsieg in Folge. Mit sieben Punkten aus drei Spielen legten die Gladbacher zudem den besten Saison-Start seit 2011 hin.

Zwar war das 2:1 kein perfektes Spiel, ein Aufwärtstrend gegenüber dem durchwachsenen Vorjahr aber ist zu erkennen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

DER TORHÜTER: Yann Sommer befindet sich in der Form seines Lebens. Seit der Winterpause glänzt der Schweizer von Woche zu Woche mit starken Leistungen und rettete mit diesen auch der "Nati" bei der WM in Russland den Einzug ins Achtelfinale.

Dank der Zusammenarbeit mit einem Mental-Trainer strahlt Sommer jetzt noch mehr Ruhe und Souveränität aus. Das Spiel gegen Schalke hätte bei vier Groß-Chancen eine Wendung nehmen können, Sommer aber parierte sie alle herausragend.

DER ABWEHR-CHEF: Warum Borussia Dortmund Matthias Ginter verkauft hat, wird wohl das Geheimnis der dortigen Chefetage bleiben. Möglich, dass der BVB zu wenig Geduld mit dem Talent hatte - sicher, dass er ihn in den drei Jahren zu oft auf falschen Positionen einsetzte. "Matze ist zu Recht vom DFB eingeladen worden und sollte auch da eine Option als Innenverteidiger sein.

Er besitzt Ausstrahlung, zeigt Präsenz und zieht die anderen mit. Er reift zu einer Persönlichkeit", meint Trainer Dieter Hecking.

DER MITTELFELD-REGISSEUR: Mit Heckings Systemumstellung vom 4-2-3-1 auf ein 4-3-3 blüht der schon als ewiges Talent abgestempelte Jonas Hofmann auf wie ein Flieder im Frühjahr. Als Mittelfeld-Achter spielt der 26-Jährige wie aufgedreht und ist fast überall auf dem Platz zu finden. "In diesem System bin ich sehr oft am Ball und damit viel besser im Spiel involviert. Lust zu kicken habe ich immer, doch auf dieser Position ist sie noch größer geworden", sagte Hofmann.

DIE ERSATZBANK: Mit der Qualität von der Bank kann Hecking den Spielen gerade in kritischen Phasen neue Impulse verleihen. Bestes Beispiel dafür war am Samstag Patrick Herrmann. Der Angreifer kam nach 65 Minuten und fortan wurden die Schalker wieder vor Aufgaben gestellt. Mit seinem ersten Treffer seit dem 4. Februar 2017 belohnte sich Herrmann für seinen Fleiß in der Vorbereitung. Dort war der 27-Jährige eigentlich schon ausgemustert. "Ich habe ihm gesagt, dass es schwer für ihn wird. Er wollte jedoch nicht wechseln und inzwischen bin ich froh, ihn nicht abgegeben zu haben", so Hecking.

Wohin der Weg der "Fohlenelf" führen wird, lässt sich nach drei Spielen natürlich nicht prognostizieren. Die Auftritte gegen Leverkusen, in Augsburg und gegen Schalke aber scheinen die schwache Rückrunde aus den Trikots geschüttelt zu haben.

"Wir haben einige neue Qualitäten gezeigt", meinte Hecking und Hofmann sagte: "Die Fans haben eine andere Borussia gesehen, so muss es weitergehen." Am besten schon am Samstag bei Hertha BSC Berlin.

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