Trainerwechsel — Adios Hennes, hallo Udo

Trainerwechsel — Adios Hennes, hallo Udo

Beim Borussen-ABC ist diesmal das U wie Uefa-Cup an der Reihe. Mit dem 2:0-Sieg gegen Eintracht Braunschweig beseitigen die Gladbacher an diesem drittletzten Spieltag auch die letzten Zweifel und werden zum dritten Mal Deutscher Meister.

Mönchengladbach. Adios Hennes, hallo Udo! Nach Weisweiler kommt Lattek. Ein Transparent im Bökelberg-Stadion kündigt am 7. Juni 1975 ein neues Kapitel bei Borussia Mönchengladbach an. Mit dem 2:0-Sieg gegen Eintracht Braunschweig beseitigen die Gladbacher an diesem drittletzten Spieltag auch die letzten Zweifel und werden zum dritten Mal Deutscher Meister. Weisweiler wechselt zum FC Barcelona, und sein Nachfolger wird Udo Lattek.

Der Zeitpunkt, Borussia den Rücken zu kehren, ist sehr wohl gewählt, denn Meistermacher Weisweiler verlässt seinen geliebten Verein, als dieser auf dem Gipfel angekommen ist und in seiner letzten Spielzeit alles erreicht, was zu erreichen ist. Neben dem Titel in der Bundesliga gewinnt er durch einen spektakulären 5:1-Erfolg bei Twente Enschede (Hinspiel 0:0) als erstes deutsches Team den Uefa-Cup.

Zudem wird der VfL zur besten deutschen und europäischen Mannschaft anno 1975 gekürt. „Das war wohl die spielerisch stärkste und ausdrucksvollste Borussia aller Zeiten“, sagt Rainer Bonhof, damals einer der Eckpfeiler im Team, in dem Jupp Heynckes und Allan Simonsen im Angriff glänzen und ihrem Ruf als Torjäger in allen Belangen gerecht werden.

Das Gefüge innerhalb der Mannschaft stimmt, sowohl auf dem Platz als auch außerhalb. Mit dem großen Pott geht es nach dem ersten Europapokal-Triumph auf einen Abstecher in die Düsseldorfer Diskothek „Lord Nelson“. Zehn Flaschen Sekt passen in das Gefäß. Spät in der Nacht ist der Pott leer getrunken.

Tags darauf stehen die Jungs von Hennes Weisweiler wieder auf dem Trainingsplatz, und 48 Stunden später wird der Wuppertaler SV mit 6:2 vom Platz gefegt. Einziger Wermutstropfen: In den Tagen nach dem Uefa-Cup-Sieg am 21. Mai 1975 erfährt Manager Helmut Grashoff von Weisweilers Wechselabsichten nach Barcelona, was das Klima unter den beiden Freunden — zumindest vorübergehend — stört.

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