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Sprinten: Alicia Hellpoldt - Von der Bahn in die Schule

Sprinten: Alicia Hellpoldt - Von der Bahn in die Schule

Porträt: Die 18-jährige Sprinterin Alicia Hellpoldt läuft für die Abteilung des VfL Willich. Sie will Zahnärztin werden.

Willich. Der Ehrgeiz und das Streben nach Erfolgen geht bei der 18-jährigen Willicher Sprinterin Alicia Hellpoldt mit einer gewissen Bequemlichkeit einher. "Natürlich weiß ich, dass ich mich jetzt auch in der Schule gewaltig steigern muss, wenn ich mein Berufsziel Zahnärztin realisieren will", sagt Alicia Hellpoldt, die sich als nicht gerade fleißige Schülerin in der Klasse 12 am Krefelder Arndt-Gymnasium bezeichnet.

Doch alle, die sie mit ihrer Professorinnen-Brille von den Kunststoff-Laufbahnen der Region her kennen, wissen: Wenn sie erst einmal vom Ehrgeiz gepackt wird, dann strengt sie sich auch an. Das wird sie nun vor dem Abitur im kommenden Sommer auch so handhaben.

Alicia Hellpoldt ist seit zehn Jahren auf den Sportplätzen zu finden. Ihre Lehrerin hatte sie damals bei Bundes-Jugend-Spielen in der Grundschule (St. Michael-Schule in Krefeld) entdeckt und dorthin geschickt, wo viele Krefelder ihre Leichtathletik-Karriere beginnen - zum Ehepaar Edeltraut und Reinhard Boeck beim CSV Marathon.

Später kam dann Alicia unter die Fittiche des in Forstwald beheimateten jetzigen A-Diplom-Trainers Uwe Schmidt. Mit ihm wechselte sie auch im Alter von 13 Jahren zur DJK Teutonia St. Tönis, wo sie auch die ersten ganz großen Erfolge hatte. So lief sie bei den World-Junior-Games in Hamburg Niederrhein-West-Kreisrekord über 300 Meter, sammelte bei Nordrhein- und Westdeutschen Meisterschaften Medaillen, bis dann vor vier Jahren die tolle Schülerinnen-Mannschaft von St. Tönis leider zerfiel.

Damals wechselte sie in das starke Sprintteam von DJK VfL Willich. Mit den Willicher Freundinnen will sie auch in diesem Jahr wieder die Teilnahme an den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Ulm schaffen. Der Staffel-Erfolg beim Bundes-Sportfest der DJK zu Pfingsten hat die Willicherinnen um Alicia wieder richtig heiß gemacht. Und Trainer Wolfgang Meyer weiß nur zu genau, wie schwer es ist, die unterschiedlichen Interessen seiner jungen wie hübschen Damen unter einen (Trainings-)Hut zu bringen.

Vor zwei Jahren hatte es schon einmal besonders ausgelassene Freudentänze bei den Willicherinnen gegeben, als sie die Staffel-Norm für die Deutschen Jugend-Meisterschaften (damals in Berlin) geschafft hatten. Später ging dann im großen Berliner Olympiastadion auf der blauen Bahn schon beim Vorlauf alles schief. Die Willicherinnen waren so aufgeregt, dass sie kaum einen gescheiten Stabwechsel hinbekamen und hinterher liefen.

Drei- bis viermal in der Woche trainieren die Sprinterinnen in Willich bei Wolfgang Meyer. Im Trainingslager im Frühjahr in Aurich gab es sogar zweimal am Tag Training. Immer wieder werfen Erkältungskrankheiten Alicia zurück. Dann muss sie aussetzen und wird anfällig für kleinere Muskelverletzungen.

Schon mit 17 hatte sie den Führerschein erworben und fuhr dann mit ihrer Mutter als Beifahrerin. Und neben der Leichtathletik-Saison freut sie sich in jedem Jahr auf Karneval. "Dann kann ich mich verkleiden und in ganz andere Rollen schlüpfen. Das macht mir so viel Spaß."

Geboren 23. August 1991 in Ebingen/Baden-Württemberg

Schule Arndt-Gymnasium Krefeld, Klasse 12

AktuellerVerein DJK VfL Willich

VorherigeVereine CSV Marathon Krefeld, Teutonia St. Tönis

Karriere Leichtathletin seit 2000

Disziplinen 100 Meter (Bestzeit 12,57 Sekunden) und 200 Meter (26,35 Sekunden)

Trainer Wolfgang Meyer

Erfolge Siegerin beim DJK-Bundes-Sportfest im 200-Meter-Lauf