Fohlenelf an der Tabellenspitze Spektakel im Borussia-Park - Gladbach zeigt beste Saisonleistung

Mönchengladbach · Borussia Mönchengladbach verteidigt mit der besten Saisonleistung die Tabellenführung. Die Fans der Fohlenelf singen von der Meisterschaft.

 Die Gladbacher-Spieler jubeln nach der Partie.

Die Gladbacher-Spieler jubeln nach der Partie.

Foto: dpa/Marius Becker

Was für ein packendes Fußballspiel, was für eine prickelnde Atmosphäre im Borussia-Park. Da ging mit den Fans der "Fohlen" in der Nordkurve sogar ein wenig der Gaul durch. „Deutscher Meister wird nur der VfL", skandierten die Anhänger.

Nun, das ist nach neun Spieltagen natürlich überschwänglich wie verfrüht. Borussia Mönchengladbach aber scheint die Idee seines neuen Trainers immer besser zu verinnerlichen. Mit einem in seiner Entstehung beeindruckenden 4:2 (2:0) über die gewiss nicht schwache Eintracht aus Frankfurt verteidigte die "Fohlenelf" die Spitzenposition in der Bundesliga-Tabelle.

Der "kicker" hatte die Borussia gewarnt. "Aufgepasst, Gladbach!", lautete der Hinweis in der Donnerstag-Ausgabe und offensichtlich haben die Spieler von Trainer Marco Rose auf dem Rückflug von Rom die deutsche Fußball-Fachzeitschrift aufmerksam studiert.

An den vergangenen vier Spieltagen, an denen die "Fohlen" als Tabellenführer der Bundesliga in eine Partie gegangen sind, hat es eine Niederlage gesetzt. 1988 gab es bei Bayer Leverkusen ein 1:3, 1998 beim 1. FC Kaiserslautern ein 1:2, 2011 beim FC Schalke 04 ein 0:1 und am vergangenen Wochenende folgte dann auch ein 0:1 bei Borussia Dortmund.

Laszlo Bénes initiiert glänzende Angriffe

Erstmals seit über 30 Jahren also trat der fünfmalige Deutsche Meister nun wieder in einem Heimspiel als Spitzenreiter an und zur Premiere im Borussia-Park wollte Marco Rose trotz aller Freundschaft zu seinem Frankfurter Kollegen Adi Hütter die dunkle Serie natürlich beenden. Als Hütter in der Saison 2014/15 der Cheftrainer von Red Bull Salzburg war, leitete Rose die U16 des Vereins an. Beide Übungsleiter schätzen sich. Hütter sprach vor der Begegnung in den höchsten Tönen von Rose und sorgte dabei mit einem Spruch für Heiterkeit. „Ich werde öfters mit Marco verwechselt, finde das jedoch gut. Er sieht schließlich blendend aus."

Blendend war auch der Auftritt von Roses Mannschaft vor der Pause, es war neben der ersten Halbzeit gegen Augsburg die bisher beste Hälfte der Saison. Dass beiden Teams ein Europacupspiel in den Knochen steckte, war den Akteuren nicht anzumerken. Es ging dynamisch und intensiv zur Sache, das körperbetonte Anlaufen bedingte dabei das eine oder andere Foul. Trotzdem lief der Ball besonders bei den "Fohlen" oft flüssig, deren Angriffe meist vom starken Laszlo Bénes initiiert wurden. So schickte der Slowake in der 28. Minute Embolo auf die Reise, dessen willensstarke scharfe Hereingabe Thuram ins Netz drückte.

„Wir sind auf jeden Fall im Rennen mit dabei"

Oscar Wendt erhöhte Sekunden vor der Pause, nach dem Wiederanpfiff hätte Gladbach den Sack mehrmals frühzeitig zu machen können. Der verletzungsbedingte Ausfall von Jantschke, für den der blutjunge Jordan-Louis Beyer kam, ließ die Abwehr dann ein wenig wackeln. Nach dem Anschlusstreffer von da Costa (59.) hatten die Gäste vom Main den Ausgleich mehrmals auf dem Fuß und auch nach dem 3:1 von Elvedi (75.) war der nun offene Schlagabtausch noch nicht entschieden. Hinteregger konnte erneut verkürzen (78.). Die Borussia zeigte sich jedoch stressresistent, nach tollem Einsatz von Stindl sorgte Zakaria für das 4:2 (85.).

„Natürlich sind München und Dortmund auch weiterhin die ersten Kandidaten auf die Meisterschaft. Aber wir sind auf jeden Fall im Rennen mit dabei", sagte Zakaria und Sportdirektor Max Eberl meinte: „Tabellenführer nach neun Spieltagen ist man nicht einfach so." Mit diesem Rückenwind soll Mittwoch im DFB-Pokal endlich auch der nächste Fluch beendet werden, der der Negativ-Serie beim BVB. „Wir haben immer mehr Power im Spiel. Es gab zwar enge Momente, doch wenn wir weiter diese Laufbereitschaft zeigen, kommt das Spielerische von alleine", sagte Stefan Lainer und ergänzte: „So wollen wir auch beim BVB auftreten."

Statistik

  • Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt 4:2 (2:0)
  • Borussia: Sommer - Lainer, Jantschke (ab 46. Beyer), Elvedi, Wendt - Zakaria - Bénes, Neuhaus - Herrmann (ab 82. Hofmann), Thuram - Embolo (ab 36. Stindl)
  • Frankfurt: Rönnow - Abraham, Hasebe, Hinteregger - Fernandes (ab 83. Joveljic) - da Costa, Rode (ab 46. Kohr), Sow, Kostic (ab 79. Chandler) - Paciencia, Kamada
  • Schiedsrichter: Daniel Schlager (Hügelsheim)
  • Zuschauer: 52 300
  • Tore: 1:0 Thuram (28. / Embolo), 2:0 (45.+3 / Herrmann); 2:1 da Costa (59. / Kamada), 3:1 Elvedi (75. / Bénes), 3:2 Hinteregger (78. / Kamada), 4:2 Zakaria (85. / Stindl)
  • Gelbe Karten: Neuhaus (MG/32.); Abraham (SGE/74.)