Raul Bobadilla: Ich freue mich auf Borussia

Raul Bobadilla: Ich freue mich auf Borussia

Der Argentinier kommt aus der Schweiz und soll Gladbachs Probleme im Angriff lösen.

Mönchengladbach. Als "unverkäuflich" hatte der Sportdirektor des Grashopper-Clubs Zürich, Erich Vogel, den argentinischen Stürmer Raul Bobadilla bezeichnet. Doch schneller als erwartet taucht der am Donnerstag 22 Jahre alt werdende Profi nun doch in der Fußball-Bundesliga auf.

Bobadilla ist bei Borussia Mönchengladbach gelandet, bei Trainer Michael Frontzeck und nicht beim neuen Grasshopper Zürich-Trainer Ciriaco Sforza, der sich nun schweren Herzens nach einem Ersatz umschauen muss. Am Dienstag wurde Bobadilla in Mönchengladbach vorgestellt.

"Guten Morgen!" Raul Bobadilla begrüßt die Medienvertreter im Presseraum des Borussia-Parks - und lächelt freundlich in die Runde. Neben ihm sitzt sein Berater und Dolmetscher Jose Noguera Rodriguez. 4,2 Millionen Euro lässt sich Borussia Mönchengladbach die Verpflichtung des Argentiniers kosten: der zweitteuerste Einkauf in der Geschichte des Vereins nach Federico Insua, einem Landsmann Bobadillas, der allerdings die Erwartungen nicht erfüllen konnte.

"Bobadilla wird sie erfüllen", sagt Sportdirektor Max Eberl, "er ist schnell, torgefährlich, technisch beschlagen und eine Kämpfernatur." Kommt der Argentinier auch nur annähernd an die "Grashopper-Quote" heran, dürfen sich die Gladbacher Fans auf dessen Einsatzzeiten im Fußball-Oberhaus freuen. In seinem ersten Jahr in Zürich traf Bobadilla 18 Mal, in der letzten Saison war er bei - verletzungsbedingt - lediglich 14 Auftritten acht Mal erfolgreich.

Allerdings muss Bobadilla nach seinem Gastspiel in der beschaulichen Schweiz noch den Beweis erbringen, dass er auch dem rauen Bundesliga-Klima gewachsen ist. "Ich weiß, dass ich an Toren gemessen werde, aber deshalb lasse ich mich nicht verrückt machen. Ich freue mich auf den nächsten Schritt und werde alles für Borussia Mönchengladbach geben", sagt Bobadilla, "für mich geht ein Traum in Erfüllung."

Irgendwann einmal aus dem trostlosen Milieu der 13 Millionen-Stadt Buenos Aires herauszukommen - davon träumen viele am Rio de la Plata. Raul Bobadilla, der in dem berühmt-berüchtigten Hafenviertel "La Boca" aufgewachsen ist, hat es geschafft. La Boca - das ist der Stadtteil, wo die "Juniors" zu Hause sind und sich seit Jahrzehnten mit dem ewigen Rivalen River Plate heiße Derbys liefern. "Ja, der Super Clásico in Argentinien. Unglaublich, fantastisch", schwärmt Bobadilla, "deshalb freue ich mich auch auf das Derby gegen Köln am meisten."

Bobadilla ist ein Rot-Weißer und bei River Plate groß geworden, dem feineren der beiden Klubs aus der argentinischen Hauptstadt. Sein Talent ist nicht verborgen geblieben. Über Mittelsmänner landete er 2006 in der Schweiz. "Meine Eltern sind sehr stolz, dass ich den Sprung gewagt habe. Drei Jahre war ich in der Schweiz. Jetzt freue ich mich auf Borussia, auf Deutschland, auf die Bundesliga."

Obwohl weit weg von seiner Heimat, ist ihm seine Familie im fernen Südamerika immer ganz nah. Bobadilla trägt zwei Tatoos: eines mit dem Konterfei seiner Mutter Elvira und eines, das er seiner im Alter von einem Jahr verstorbenen Nichte Melanie gewidmet hat.

Am Montag steigt Bobadilla ins erste Training im Borussia-Park sein. Möglichst schnell in der Bundesliga Fuß zu fassen - das ist sein Ziel: "Und vielleicht kommt dann irgendwann einmal ein Anruf des Nationaltrainers." Und der heißt Diego Maradona.

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