Raffael macht den Deckel drauf

Arango 1-, Daems 3-: die Borussia-Akteure in der Einzelkritik.

Mönchengladbach. Puuuh — war das lange her. Seit dem 7. Dezember 2013, dem 2:1 gegen Schalke, mussten sich die Fans gedulden, ehe die Gladbacher wieder einen Heimsieg feierten konnten. Dann aber richtig, dachten sich die Profis, besiegten Hertha BSC nach fünf Sieglos-Heimspielen souverän mit 3:0.

Arango mit einem tollen Schuss zum 1:0, ein Eigentor von Ramos nach Arango-Freistoß zum 2:0 und ein Traumtor von Raffael nach doppeltem Doppelpass mit Max Kruse zum 3:0 machten den Borussia-Park zum Gute-Laune-Tempel.

Drei Tore in zwölf Minuten — mensch kann Fußball schön sein. Und mit toller Perspektive - Gladbach springt auf Platz fünf ist wieder im Rennen um Europa.

Marc-André ter Stegen: War stark unterbeschäftigt in seim 100. Bundesligaspiel. Mehr Ballkontakte mit dem Fuß als mit der Hand. Und doch hatte er zwei Böke mit dem Fuß dabei — bei Abschlägen. Zu Null zum Jubiläum ist aber auch was. Note: 3

Julian Korb: Hat sich wie so macher Kollege aus dem Formtief bekrabbelt — der Sieg in Dortmund war Balsam fürs Gemüt, gerade bei den jungen Spielern, wie Korb. Defensiv aufmerksam mit viel Initiative in der Offensive. Note: 3+

Martin Stranzl: So viel Offensive ist wahrlich selten beim Abwehrchef. Offensive aus der eigenen Hälfte heraus — mit maßgenauen Pässen vor dem 1:0 auf Herrmann und dem 3:0 auf Kruse. Da jubelt man gerne mit — Stranzl musste weite Wege gehen — wegen der Gratulationen bei den Torschützen im gegenerischen Straraum. Sein Kopfball nach der Pause landet nur am Pfosten. Note: 2+

Alvaro Dominguez: Sah ein bisschen so aus, wie der Torschütze zum 2:0 per Kopf nach Arango-Freistoß. Aber Berlin Ramos war ein tick präziser am Ball und nickte ins eigene Tor ein. Passable Leistung. Note: 3+

Filip Daems: Wirkte anfangs nicht so richtig im Spiel, etwas schwerfällig, ließ sich einmal böse überlaufen. Steigerte sich mit zunehmender Spielzeit. Note: 3-

Tony Jantschke: Nach auskurierter Fußverletzung ersetzte er den Gelb-rot gesperrten Harvard Nordtveit auf der Sechserposition, spielte einen sicheren Part, kümmert sich vermehrt um Ronny. Note: 3

Christoph Kramer: Mit einer Grätsche für die er gelb Kassierte auffällig — und natürlich als enormer Kilometerfresser. So setzte er mit Jantschke dem Berliner Mittelfeld deutlich zu. Note: 3+

Patrick Herrmann: Formtief überwunden — na klar, schon in Dortmund zu sehen, Fortsetzung gegen Berlin. Und wie. Bereitet das 1:0 vor, war sehr beweglich, nie einzufangen, von wem auch immer, und voller Elan. Ein Genuss ihm zuzuschauen. Note: 2+

Juan Arango: Wenn Hermann wieder da ist — dann bitte schön ich auch. Denkt sich wohl Juan — der stolze Venezolaner. Ein Schuss, ein Tor — und frei ist der Weg zur großen Party. Mit dem 1:0 der Türöffner zum ersten Heimsieg seit wir alle Weihnachten gefeiert haben. Man, echt lang so 'ne Serie. Note: 1-

Raffael: Spielfreudig, kreativ, listig - ein Zauber. Ja, es ging gegen Berlin, vielleicht hat das auch ein wenig ausgemacht. Das 3:0 in Zusammenarbeit und doppeltem Doppelpass mit Max Kruse darf man sich gerne einrahmen. Note: 1-

Max Kruse: Jubelte beim 2:0, als hätte er es gerne angeschrieben bekommen. Vermutlich wird es auch so kommen — wenn die DFL darüber befinden wird, weil sie Eigentor so gar nicht gut findet. Arbeitete viel, fiel aber aus dem Offensiv-Quartett etwas ab — weil bei dem Trio Raffael, Arango Herrmann die Effizienz stimmte. Aber sein Zuspiel beim 3:0 für Raffael war artistisch. Und gut. Note: 2-