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Raffael erhält in Gladbach keinen neuen Vertrag

Borussia Mönchengladbach : Raffael erhält in Gladbach keinen neuen Vertrag

Offensivspieler Raffael (35) erhält bei Borussia Mönchengladbach nach sieben Jahren keinen neuen Vertrag. „Wir werden den Vetrag mit Raffael nicht verlängern“, sagte Sportdirektor Max Eberl und nannte dies „eine sportliche Entscheidung“.

„Natürlich ist Raffa ein Spieler, der extreme Wichtigkeit hatte. Er hat in 200 Spielen für Gladbach Großes geleistet und ist ein Gesicht der vergangenen Jahre“, sagte Eberl: „Aber wir müssen den Spielern Möglichkeiten aufzeigen. Es gab offene, angenehme und ehrliche Gespräche mit ihm und seinem Berater. Wir gehen freundschaftlich auseinander.“ Raffael hat in Deutschland auch für Hertha BSC und den FC Schalke 04 gespielt

„Ich wäre sehr gerne noch länger bei Borussia geblieben, aber der Club hat sich anders entschieden. Das akzeptiere ich“, sagte der 35-Jährige der Düsseldorfer Rheinischen Post. Wie es für ihn weitergeht, wisse er noch nicht. Er wolle noch ein, zwei Jahre Fußball spielen und dann gerne wieder in Gladbach anheuern: „Das wäre ein Traum für mich. Ich hoffe, dass es dazu kommen wird, dass ich nach meiner aktiven Karriere zu Borussia zurückkommen kann.“

Der gebürtige Brasilianer, der inzwischen auch einen deutschen Pass hat und nach seiner Karriere in Deutschland bleiben will, könnte im abschließenden Spiel gegen Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr/Sky) möglicherweise sogar noch zum Einsatz kommen, obwohl er zuletzt wegen einer Fußverletzung ausgefallen war. „Er könnte durchaus eine Option werden“, sagte Trainer Marco Rose: „Wenn das so ist, würden wir uns sehr freuen. Aber er hat noch kein Mannschaftstraining absolviert.“

Grundsätzlich wird der Verein die offiziellen Verabschiedungen am Samstag nicht im Stadion vornehmen, sondern im Rahmen des Mannschafts-Essens. „Wir finden es nicht richtig, das auf dem Platz zu machen, weil die verdienten Ovationen nicht da sind“, sagte Eberl angesichts der Geisterkulisse: „Wir machen es deshalb lieber im vertrauten, gebührenden Rahmen. Und wollen es im Stadion nachholen, wenn wieder Zuschauer da sind.“

Unterdessen geht die Borussia entschlossen und optimistisch in das Fernduell mit Bayer Leverkusen um den letzten Champions-League-Platz. „Wir sind ordentlich angespannt, aber mit der nötigen Lockerheit und Vertrauen in unsere Arbeit“, sagte Trainer Rose: „Wir wissen um die Aufgabe. Wir wissen um die Chance. Wir wissen um die Risiken. Aber der Optimismus ist natürlich groß. Ich traue der Mannschaft alles zu.“

Angesichts von zwei Punkten Vorsprung auf die Leverkusener, die Gladbach im Vorjahr am letzten Spieltag den vierten Platz entrissen, und der um neun Treffer besseren Tordifferenz reicht der Borussia gegen Hertha BSC wohl ein Punkt zum Erreichen der Königsklasse.

Dass Bayer-Sportchef Rudi Völler Hertha-Trainer Bruno Labbadia öffentlich dafür lobte, nie aufzugeben, bewertete Sportchef Eberl mit einem Schmunzeln. „Rudi ist ein alter Fuchs. Er weiß, was er zu sagen hat“, erklärte Eberl, wollte an Leverkusens Gegner Mainz 05 aber keine Worte richten. „Weder Hertha noch Mainz werden was abschenken“, sagte Eberl, obwohl beide sicher gerettet sind: „Es geht um Tabellenplätze und Fernseh-Gelder. Da brauche ich keinen großen Aufruf starten, dass Mainz sich bitte anstrengend soll.“

Möglicherweise kann Gladbach am Samstag wieder auf Stürmer Alassane Plea zurückgreifen, der zuletzt wegen Adduktorenproblemen fehlte. „Es ist schwierig. Es könnte eine Punktlandung werden“, sagte Rose: „Er macht ein paar Dinge auf dem Platz und ist noch nicht im Mannschafts-Training. Wir müssen schauen, ob es sich lohnt, das Risiko einzugehen.“ Marcus Thuram, der wie Plea zehn Saisontore hat und zuletzt ausfiel, sei derweil an seinem verletzten Sprunggelenk operiert worden und muss vier Wochen Gips tragen.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-562536/4

Video der Pressekonferenz

(dpa)