Q wie Quito: Netzer mit Heimweh in Südamerika

Q wie Quito: Netzer mit Heimweh in Südamerika

Borussen-ABC: Heute geht es um das Q wie Quito, Hauptstadt Ecuadors.

Mönchengladbach. Beim Rückblick auf 110 Jahre Borussia spielt auch Quito (Ecuador), die mit knapp 3000 Metern höchstgelegene Hauptstadt der Welt, eine besondere Rolle. Im Jahr 1967, zwei Jahre nach Borussias Aufstieg in die Bundesliga, wählt das Außenministerium unter Willy Brandt die Fohlen-Elf aus Mönchengladbach für eine Goodwill-Reise nach Südamerika aus.

Die sympathische Ausstrahlung der Borussia in der Bundesliga und ihr freches, übermütiges Offensivspiel haben auch auf höchster politischer Ebene Anklang gefunden. Und so geht - auf Kosten der Bundesregierung - am 6. Juni 1967 während der Sommerpause eine 22-köpfige Abordnung der Elf vom Niederrhein auf große Südamerika-Tour, für damalige Zeiten eine aufsehenerregende Geschichte.

Sieben Spiele (vier Siege, zwei Niederlagen, ein Unentschieden) bestreiten die Gladbacher in dreieinhalb Wochen - mit Stationen in Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Chile und Brasilien. Nicht alles verläuft reibungslos: Günter Netzer hat Heimweh und reist vorzeitig ab, Hennes Weisweiler beklagt den Reisestress, und obendrein vergiften ein paar Spieler die Atmosphäre, indem sie den damaligen Manager Helmut Grashoff mit den Forderungen nach höheren Einsatzprämien nervten.

Bei ihrer ersten Überseereise macht die Borussia auch Halt in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Zum Glück blieb den Borussen ein Fußballspiel in der dünnen Luft der Anden erspart - Händeschütteln und Smalltalk mit den Honoratioren reichten aus.

Das anschließende Trainingslager - Grashoff nannte es seinerzeit "Urlaub von der Reise" - fand in der schweizerischen Sportschule Magglingen in der Nähe von Biel statt - nur 434 m. ü. M. gelegen.