Neuzugänge: Die richtigen Köpfe für viele Erfolge

Neuzugänge: Die richtigen Köpfe für viele Erfolge

Mönchengladbach. Eine sorgenfreie Saison ohne Nervenflattern und Existenzkampf bis zum allerletzten Spieltag wünschen sich die Macher bei Borussia Mönchengladbach. "Wir wollen uns weiter stabilisieren und möchten nicht noch einmal so zittern wie im vergangenen Jahr", sagt Max Eberl, mit 35 Jahren der jüngste Sportdirektor in der Beletage des deutschen Fußballs.

Um dieses Ziel erreichen sowie die Abgänge von Marko Marin (Bremen), Alexander Baumjohann (FC Bayern) und Tomas Galasek (Karriereende) kompensieren zu können, hat der fünfmalige deutsche Meister vom Niederrhein rund zehn Millionen Euro in den Profikader investiert. Zehn Spieler verließen den VfL, sechs Akteure kamen hinzu. Borussen-Trainer Michael Frontzeck, der das Amt im Juni von "Retter" Hans Meyer übernommen hat, verfügt mit den Neuzugängen Juan Arango, Raul Bobadilla, Thorben Marx und Marcel Meeuwis über mehr individuelle Klasse im 27 Mann starken Kader, zudem sind die beiden Talente Marco Reus und Roman Neustädter neu im Klub.

Vor allem Linksfuß Juan Arango, in seinem Heimatland Venezuela "Hurrikan der Karibik" genannt, hat bereits beim 2:1-Pokalsieg gegen den FSV Frankfurt gezeigt, dass er weit mehr als nur ein Ersatz für Jungspund Marko Marin ist. "Er kann eine Waffe werden", sagt Frontzeck. Arango (28) ist ein Künstler am Ball, torgefährlich und war bei RCD Mallorca in der spanischen Primera División ein absoluter Leistungsträger. Der 3,5-Millionen-Mann kann im offensiven Mittelfeld, links wie zentral oder auch als zweite Spitze spielen.

Bundesligaerfahrung bringt ablösefrei Thorben Marx mit, den Frontzeck aus der gemeinsamen Zeit bei Arminia Bielefeld kennt. "Er soll unserem Spiel mehr Stabilität verleihen", sagt der VfL-Trainer. Marx (28) spielte in Liga eins zunächst bis 2006 bei Hertha BSC, wechselte dann zur Arminia, wo er nach überstandenem Kreuzbandriss zum Leistungsträger und Führungsspieler avancierte.

Neben Marx soll auch Marcel Meeuwis im Mittelfeld Akzente setzen und den Part als klassischer Sechser von Tomas Galasek übernehmen. 1,2 Millionen Euro zahlte die Borussia für den 28-Jährigen an Roda JC Kerkrade. "Er ist ein laufstarker und aggressiver Typ auf dem Platz. So einen wie ihn brauchen wir auf dieser Position", betont Frontzeck.

Als sogenannte Perspektiv-Profis müssen wohl zunächst die jungen Mittelfeldspieler Marco Reus (RW Ahlen/900000 Euro) und Roman Neustädter (Mainz 05/ablösefrei, Foto unten) gesehen werden. Beide haben in Liga zwei das Profigeschäft kennengelernt und stehen nun vor ihrer Reifeprüfung. "Das Zeug dazu haben sie", sagt Sportdirektor Eberl.

Doch bei aller Euphorie im Fanlager um Arango, Bobadilla & Co. - realistisch betrachtet muss VfL Borussia auch diesmal wieder zufrieden sein, wenn er es Anfang Mai 2010 geschafft hat, drei Mannschaften hinter sich zu lassen. "Bloß nicht wieder bis zur letzten Sekunde zittern." Das ist dann auch im Prinzip das Ziel all derer, die die Raute im Herzen haben und Woche für Woche mit der Borussia fiebern.

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