Max Kruse gegen Bremen Mann des Tages

Der Gladbacher entscheidet mit einem Tor und zwei Vorlagen das Spiel gegen seinen Ex-Club Bremen.

Mönchengladbach. Es ist ein steter Reflex der Branche, wenn Torjäger im Wartestand auf ihre Ladehemmung angesprochen werden. Wer die Tore schießt, sei nicht wichtig, der Erfolg der Mannschaft alleine zähle, ist dann landauf, landab zu hören. Bei Max Kruse und Borussia Mönchengladbach haben jetzt beide Parteien wieder zueinander gefunden. Gladbachs bester Scorer der vergangenen Saison entschied am Mittwoch das letzte Heimspiel des Jahres im Borussia-Park beim 4:1 (2:0)-Erfolg gegen Werder Bremen mit einem Elfmetertor und zwei Vorlagen. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Club, bei dem er einst verkannt wurde und 2009 flüchtete. Der Matchwinner ging nach 80 Minuten unter dem Jubel der Gladbacher Fans vom Feld.

Kruses Jubel nach der Erlösung mit dem Elfmetertor (32.) fiel indes derart verhalten aus, als wollte er sagen - das brauche ich so schnell nicht wieder. Am Donnerstag auf den Tag genau vor zwei Monaten traf er zuletzt in der Liga — das zwar gleich doppelt beim 3:0 in Hannover. Und brachte seither in sieben Spielen weder ein Tor noch eine Torvorbereitung auf den Weg. Sechs Minuten nach dem 1:0 bediente er Oscar Wendt, der mit einem Heber das 2:0 (38.) erzielte. Kruses Flanke köpfte Christoph Kramer zum 3:1 (64.) ein. Den Schlusspunkt zum 4:1 (88.) setzte Branimir Hrgota nach Zuspiel von Thorgan Hazard.

Kruses wiedererweckter Torinstinkt hievt die Gladbacher auf Rang drei und können nun gelassen ins 27. Pflichtspiel der Halbserie am Samstag nach Augsburg fahren. Nur drei davon haben sie verloren.

Um Bremen hingegen muss man sich die größten Sorgen machen. Das Schlusslicht kassierte am Mittwoch die Gegentreffer 35, 36, 37 und 38. Im Angriff hingegen kann sie das, was sie in der Abwehr anrichtet, nicht kompensieren. Das schöne Freistoßtor von Zlatko Junuzovic zum 1:2 (51.) vermochte den Gladbacher Erfolg nicht ernsthaft in Gefahr zu bringen. Zumal die Ampelkarte gegen Luca Caldirola die personellen Probleme verstärkt. Der Abwehrsspieler holte sich innerhalb von drei Minuten zwei Gelbe Karte ab — die erste für ein Foul, die zweite fürs Reklamieren. Bremen kämpft mehr mit sich, als mit den Gegnern.