Kulturpreis „Fußballbuch des Jahres:“ Borussia-Bildband ist nominiert

Kulturpreis „Fußballbuch des Jahres:“ Borussia-Bildband ist nominiert

Markus Bullik hat in drei Spielzeiten mehr als 1000 Porträtfotos von Menschen rund um den Verein gemacht. Das Buch zeigt 124 davon.

Der Bildband „Heimspiel. Menschen bei Borussia“ von Markus Bullik aus Wegberg-Moorshoven ist für den Preis „Das Fußballbuch des Jahres“ nominiert worden. Die Auszeichnung wird von der Deutschen Akademie für Fußballkultur am 20. Oktober vergeben.

„Heimspiel. Menschen bei Borussia“ ist eine fotografische Gesellschaftsstudie mit 124 Porträtfotos in Schwarz-Weiß. Für seinen Bildband hat Bullik in drei Spielzeiten mehr als 1000 Porträtfotos von Menschen bei Borussia gemacht — von Polizisten und Hardcorefans, Reinigungskräften und Geschäftsführern, Flaschensammlern und Schiedsrichtern, Stadionsprechern und Balljungen.

Den Menschen beim Fußball hat Bullik ein zeitloses Denkmal gesetzt. „Ich stelle einfach nur die Wirklichkeit dar, ohne Filter, möchte zeigen, was das für eine Welt ist, in der der Fußball der kleinste gemeinsame Nenner ist und die so viele unterschiedliche Menschen für 90 Minuten plus Nachspielzeit zusammenbringt.“

Bullik, Jahrgang 1963, ist als Werbe- und Reportagefotograf in der ganzen Welt unterwegs. Nachdem er Ethnologie und Fotografie studiert hatte, ist er lange auf Reisen gewesen und hat in seinen Bildern aus aller Welt Brauchtum und Stammeskulturen dokumentiert. Sein Prinzip der Kultur- und Brauchtumsdokumentation mittels Porträtfotografie, angewendet auf Borussia Mönchengladbach, ist eine Art fotografische Heimatkunde ungewöhnlicher Art und zugleich ein erhellender Blick auf das Phänomen Fußball.

Vom Ergebnis seiner Arbeitsweise zeigt sich Journalistin und Publizistin Birgit Schönau, die Bulliks Bildband für die Deutsche Akademie für Fußballkultur rezensiert hat, tief beeindruckt: „Ja, das ist der Niederrhein, und unwillkürlich wird er dem Betrachter wahnsinnig sympathisch, weil Bullik selbst seinen Protagonisten so viel Sympathie entgegenbringt. Was auch daran liegt, dass er dem dröhnenden Spektakel Fußball für einen Moment den Stecker zieht. Für einen Moment ist Schluss mit dem Geschrei. Bullik bringt Stille in den Fußball — und das ist ebenso exotisch wie genial“, bilanziert die Zeit-Korrespondentin.

Neben Bulliks Borussia-Bildband sind zehn weitere Publikationen für den Titel „Das Fußballbuch des Jahres 2017“ nominiert. Der Autor freut sich riesig über die Nominierung. Er bezeichnet sie als „große Auszeichnung“. Davon, dass sein Bildband gewinnt, wagt er nicht zu träumen. „Es geht mir nicht um den Preis“, sagt er.

Zurzeit arbeitet der Fotograf mit dem Unternehmer Edgar Janzen an einem Konzept für eine Ausstellung. Diese soll Ende Oktober im Mönchengladbacher Kunstbunker, einem ehemaligen kreisrunden Wasserspeicher, der sich in der Nähe des Borussia-Parks an der Heinz-Nixdorf-Straße befindet, eröffnet werden. 40 großformatige Porträts aus dem Band werden zu sehen sein.

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