Kommentar: Marco Rose ist für Gladbach der Hoffnungstrainer

Meinung : Marco Rose ist für Gladbach der Hoffnungstrainer

Seit Gladbach 2011 den Abstieg in die 2. Liga so gerade noch verhindern konnte, wurde am Niederrhein durchaus erfolgreich Fußball gespielt. Fünf Mal gelang es dem Klub, sich für Europa zu qualifizieren.

Das ist angesichts der beschränkten Mittel herausragend. Begeisterung oder gar Euphorie gab es im Borussia-Park trotzdem eher selten. Das soll Marco Rose ändern. Der neue Hoffnungsträger will ein aggressives Spiel auf den Platz bringen. Viele Sprints, vorne drauf gehen, immer gierig sein – Rose skizzierte bei seinem ersten Auftritt in Gladbach genau, für was er steht. Er gewinnt lieber 3:2 als 1:0. Wie Jürgen Klopp verkörpert Rose Emotion und verfügt über Entertainment-Qualitäten – auch das ist neu im Borussia-Park.

Rose stammt nicht nur aus Leipzig, sondern er steht auch für eine Fußballphilosophie, wie sie von RB Leipzig fast perfekt umgesetzt wird. Junge, hungrige Spieler, die Geschwindigkeit und fußballerische Klasse mitbringen, bilden dabei die Basis. Gladbachs Kader wird diesem Anspruch vor allem im Sturm nicht gerecht, zumal Thorgan Hazard nicht mehr an Bord ist. Zwei, drei Neuzugänge, die die gewünschte Dynamik mitbringen, müssen noch kommen.

Ein Kommentar von Rolf Eckers. Foto: Sergej Lepke

Ob Roses Spielidee in Gladbach auf Anhieb funktioniert, weiß niemand. Durchaus möglich, dass die Mannschaft mit dem Pressing ins offene Messer läuft und in den ersten Monaten häufiger verliert als gewinnt. Falsch ist der neue Ansatz deshalb nicht. Hoffentlich bringen sie in Gladbach genügend Geduld mit, um Rose in Ruhe arbeiten zu lassen. Sein Vertrag läuft bis 2022. Es wäre schön, wenn der 42-Jährige diese Zeit hätte – mindestens.

Mehr von Westdeutsche Zeitung