Jantschke und Herrmann sind die Pechvögel des Gladbach-Spiels

Borussia Mönchengladbach : Tony Jantschke und Patrick Herrmann sind die Pechvögel des Gladbach-Spiels

Vor dem Spiel gegen Hoffenheim war klar, dass Gladbach-Trainer Dieter Hecking auf Raffael, Stindl, Johnson, Doucoure und Kramer verzichten muss. Nun könnten auch noch Herrmann und Jantschke ausfallen.

Borussia Mönchengladbach hat in der Fußball-Bundesliga es erneut verpasst, einen Heimerfolg und somit vorentscheidende drei Punkte im Rennen um die Europapokal-Plätze einzufahren. Die Elf von Cheftrainer Dieter Hecking musste sich am 32. Spieltag in heimischer Arena mit einem schmeichelhaften 2:2 (0:1)-Remis gegen 1899 Hoffenheim begnügen. Angesichts der deutlichen Überlegenheit der Gäste durften der VfL am Ende froh sein, zumindest noch einen Zähler am Niederrhein behalten zu haben. Denn Hoffenheim verpasste es, zahlreiche Großchancen in einen klaren Auswärtserfolg umzumünzen. Kaderabek hatte die TSG zunächst in Führung gebracht, ehe in Durchgang zwei Gladbachs Ginter egalisierte. Amiri brachte daraufhin Hoffenheim prompt wieder in Führung, doch Drmic gelang kurz vor Schluss noch der Joker-Treffer zum 2:2-Endstand. Ob Gladbach mit diesem Ergebnis weiterhin Platz fünf in der Tabelle halten kann, entscheidet sich am Sonntagabend im Duell zwischen Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen.

Der Spieler des Spiels

Der heißt Yann Sommer. Der Schweizer Nationaltorhüter sorgte mit zig Paraden dafür, dass die Borussia im Chancenhagel der Gäste aus Sinsheim nicht völlig unterging. Sommer hielt, was zu halten war. Nach dem Schlusspfiff sagte er: „Das Remis ist sehr glücklich für uns. Im ersten Durchgang hatten wir überhaupt keine Torchance. Insgesamt war es eine schwierige erste Halbzeit für uns. Zum Glück stand es nur 0:1, Hoffenheim hätte auch schon höher führen können. Nach der Pause sind wir dann zweimal gut zurückgekommen, haben uns gut zurückgekämpft. Wir hatten zuletzt schwierige Wochen, hatten wenige Erfolgserlebnisse. Uns ist zuletzt wenig in den Spielen gelungen. Es ist normal, dass das nicht spurlos an einer Mannschaft vorbeigeht, dass man dann nicht mit breiter Brust in die Spiele geht. Der Punkt gibt uns nach diesem Spielverlauf ein gutes Gefühl. Das positive Gefühl versuchen wir, mit in die nächsten Spiele zu nehmen.“ Der Joker des Spiels:Der heißt nicht Amiri, der auch als Einwechselspieler auf der Hoffenheimer Seite getroffen hatte, sondern Josip Drmic. Der Schweizer Stürmer in Diensten des VfL Borussia kam in der Schlussphase erst zum dritten Mal in dieser Saison für den VfL zum Einsatz – und sorgte mit seinem Treffer kurz vor Abpfiff dafür, dass Borussia mit einem 2:2 gegen klar überlegene Hoffenheimer noch einmal mit zwei blauen Augen davongekommen war. Drmic sagte später: „Ich bin sehr glücklich, dass ich der Mannschaft mit diesem Tor habe helfen können.“

Die Pechvögel des Spiels

Die heißen Tony Jantschke und Patrick Herrmann. Beide Gladbacher Profis verletzten sich im Duell gegen Hoffenheim früh, mussten bereits zur Pause ausgewechselt werden. Bei Herrmann ist nach offenbar eine Muskelgeschichte im Spiel, ob der Flügelflitzer bis zum nächsten Auswärtspartie in Nürnberg wieder fit wird, ist noch offen. Gleiches gilt für Jantschke. Der Abwehrspieler hat Probleme mit dem Schleimbeutet im Knie. Personal-Alarm im Fohlen-Stall. Mit Raffael, Stindl, Johnson, Doucoure und Kramer fehlten schon vor dem Anpfiff fünf Profis. Kramer steht nach abgebrummter Gelbsperre in Nürnberg wieder zur Verfügung.

Die Zahlen des Spiels

Die sprechen eine deutliche Sprache. Es hätte eigentlich nur einen Sieger im Borussia-Park geben dürfen. Und zwar 1899 Hoffenheim. Die Gäste aus dem Kraichgau lieferten am Niederrhein eigentlich das nahezu perfekte Auswärtsspiel ab, verpassten es aber zum wiederholten Male in dieser Saison, einen Vorsprung über die Runden zu bringen beziehungsweise ihre Überlegenheit in ausreichend Tore umzumünzen. Trainer Julian Nagelsmann sagte später: „Das ist und schon elf oder zwölf Mal passiert in dieser Saison. Das ist dann auch eine Qualitätsfrage. Hätten wir nicht wiederholt Spiele, in denen wir in Führung gelegen haben, noch abgegeben, würden wir wahrscheinlich um die Meisterschaft spielen.“ Die Fakten: 1899 feuerte in Gladbach 26 Torschüsse ab, hatte mehr Ballaktionen (55 Prozent), gewann die meisten Zweikämpfe (55 Prozent), hatte mehr Ecken als Borussia herausgeholt (sieben zu zwei), schlug mehr Flanken aus dem Spiel, zeigte sich auch aggressiver, foulte acht Mal mehr als die Fohlen. Am Ende stand es dennoch 2:2.

Die Trainer-Stimmen zum Spiel

Julian Nagelsmann (TSG Hoffenheim):„Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht. In den 180 Minuten gegen Gladbach in dieser Saison hätten wir mehr als sechs Punkte verdient gehabt, am Ende haben wir aber zwei, so viele wie der Gegner. Das ist sehr ärgerlich. Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt mit viel Druck, gutem Pressing und vielen Balleroberungen. Die Kontersituationen haben wir dann nicht immer konsequent genug zu Ende gespielt. Zu Beginn der zweiten Hälfte war es auch noch sehr gut. Dann wurde es ein bisschen offener, was auch normal ist, weil wir nur mit einem Tor in Front waren. Borussia hat mehr aufgemacht, wir hätten den Gegner noch mehr Richtung Niederlage drängen müssen. Leider haben wir unsere Chancen nicht genutzt. Dann haben wir aus einer Standardsituation heraus den Ausgleichstreffer bekommen, was mal passieren kann. Das 2:2 darf jedoch nicht passieren, wir haben Traoré in der eigenen Hälfte laufen lassen. Dadurch wurde es sehr schwer, trotz eines guten Auswärtsspiels drei Punkte mitzunehmen.“

Dieter Hecking (Borussia Mönchengladbach): „Am Ende fühlt sich das 2:2 gut an. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut ausgesehen. Hoffenheim hat es bärenstark gemacht, wir hatten richtig Probleme ins Spiel zu kommen. Umso wichtiger war die Halbzeitpause, um zu versuchen, die Mannschaft aus diesem Tief rauszuziehen und sie noch mal anzupacken. Das ist uns ein Stück weit gelungen. Den Ausgleich haben wir dann in einer Phase gemacht, in der dieser nicht zwingend in der Luft lag. Danach wurde es wild und ein Spiel, in dem es hin und her ging. Das Positive, was wir mitnehmen können, ist, dass sich die Mannschaft gegen eine Niederlage gestemmt hat und noch mal die Chance bekommen hat, den Ausgleich zu erzielen. Man merkt schon, dass das Selbstvertrauen im Moment nicht so groß ist, wie es vor einigen Wochen noch war. Umso wichtiger sind solche Momente wie heute, in denen die Mannschaft zusammensteht.“

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