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Interview: Torwart Heimeroth - Gelassen vor der „gelben Wand“

Interview: Torwart Heimeroth - Gelassen vor der „gelben Wand“

Mönchengladbachs Torwart Heimeroth über Dortmunder Vergangenheit und sportliche Hoffnungen in der Gegenwart.

WZ: Sind Sie lieber die Nummer eins bei der Nummer 18, oder wären Sie lieber die Nummer zwei bei der Nummer eins?

Christofer Heimeroth: Ich weiß schon, worauf Sie hinaus wollen. Nein, ich habe mir gerade erarbeitet, die Nummer eins bei Borussia Mönchengladbach zu sein. Das möchte ich bestätigen. Außerdem sind gerade erst 13 Spiele in der Bundesliga absolviert. Da handelt es sich tabellarisch um eine Momentaufnahme.

WZ: Am Samstag geht es zum aktuellen Branchenführer der Liga, zur Borussia Dortmund. Dort warten nicht nur 80000 Zuschauer, sondern auch Jugenderinnerungen.

Heimeroth: Schon richtig, ich stamme aus dem Einzugsgebiet. Ich bin in Unna geboren, habe dort mein Abitur gemacht. Zudem lebt meine Familie dort.

WZ: Und ein Jahr haben Sie auch für den BVB im Tor gestanden.

Heimeroth: Saison 1996/1997, da habe ich für Dortmund in der B II gespielt. Dann bin ich nicht übernommen worden - für die B I hat es nicht gereicht. In der Folge bin ich über die Sportfreunde Oestrich beim FC Schalke 04 gelandet. Dort war ich dann sechs Jahre. Die Verbindung zu Blau-Weiß ist eindeutig enger als zu Schwarz-Gelb.

WZ: Also keine Angst vor der "gelben Wand" namens Südtribüne in Ihrem Rücken?

Heimeroth: Zunächst einmal freue ich mich. Es handelt sich um ein Abendspiel unter Flutlicht in einem der schönsten deutschen Stadien. Wir wissen, was auf uns zukommt. Aber bis jetzt haben wir gegen jeden Gegner unsere Chancen gehabt.

WZ: Der BVB ist Spitzenreiter, Mönchengladbach ist Schlusslicht. Das hat Aussagekraft. Oder?

Heimeroth: Das ist nicht zu bestreiten. Aber schauen Sie sich nur die Schlussphase Dortmunds in Freiburg an. Da hat der BVB den Ball an die eigene Torlatte bekommen. Bei uns wäre das Ding bestimmt reingegangen. Hat man erst einmal den Mist am Schuh, funktionieren die Sachen nicht mehr so einfach.

WZ: In Freiburg hat Dortmunds Blaszczykowski für die Szene des Spieltags gesorgt, als er den Ball über das leere Tor geschaufelt hat. Wurde auch bei Ihnen herzlich gelacht?

Heimeroth: Als Fußballer sieht man eine solche Szene differenzierter. Der Ball sprang vor dem Schuss noch auf - solche Dinge passieren.

WZ: Warum steigt Borussia Mönchengladbach nicht ab?

Heimeroth: Wir haben in dieser Saison nicht nur grottig gespielt. Beim 4:0 in Köln und beim 6:3 in Leverkusen haben wir bestimmt nicht mit Glück gewonnen. Wir können es, müssen aber sehen, dass wir als Mannschaft im Defensiv-Verbund besser arbeiten.

WZ: Mal sind Sie die Nummer zwei, mal die Nummer eins im Tor des VfL. Konstanz scheint ein Fremdwort in ihrer fußballerischen Vita.

Heimeroth: Ich habe nie aufgegeben und bin froh, dass ich spiele. Bis zur Winterpause bin ich laut Trainer Michael Frontzeck erst einmal die Nummer eins. Deshalb will ich auch nicht groß in die Zukunft schauen. Nur das Hier und Jetzt kann ich beeinflussen.

WZ: Es gibt Beobachter, die finden, Sie sind zu nett für einen Profi.

Heimeroth: Mit nett hat das nichts zu tun. Man muss nicht den großen Max machen, um ein riesen Kicker zu werden. Ich bin zu respektvollem Verhalten erzogen worden.