Hahns Dank an Augsburg

Samstag trifft der Flügelspieler mit Gladbach auf seinen ehemaligen Verein.

Mönchengladbach. Es gibt Fragen, die bei Trainer Lucien Favre reflexartig eine Art Gesichtsstarre erzeugen können. So auch vor dem Bundesligaduell am Samstag (15.30 Uhr) der Fohlen beim FC Augsburg. „Sie sagen das — für mich ist das keine Überraschung“, entgegnete der Schweizer leicht pikiert einem Journalisten, der die Gladbacher Borussia bei den bislang so beeindruckend aufspielenden Schwaben in einer Art Favoritenrolle sehen wollte. „Wer Augsburg kennt und weiß, wie diese Mannschaft arbeitet und alles abruft, den verwundert es nicht, dass sie so gut dastehen“, so Favre.

In der Tat dürfte der FCA den Borussen noch einmal alles abverlangen. In Liga eins hat der VfL dort noch nie gewinnen können, nur drei Zähler trennen beide Mannschaften in der Tabelle. Mit einem Sieg könnte Gladbach einen Konkurrenten um die Europapokalplätze auf Distanz halten, zudem auf einem Champions-League-Platz überwintern. „Klar wollen wir das“, sagt Favre, „aber die Liga ist unglaublich eng. Ich wiederhole mich, aber jedes Spiel in unserer Liga ist ein Fight. Immer wieder aufs Neue. Das macht Deutschland ja so interessant. Es ist unglaublich eng. Klammern wir Bayern einmal aus.“

26 Pflichtspiele haben die Borussen-Profis bereits durch den erfolgreichen Tanz auf drei Hochzeiten (Liga, Europa, Pokal) in den Knochen, deutlich mehr als der heutige Gegner (17). Dennoch — in Augsburg wollen alle Borussen noch einmal „bis an die Grenze“ (O-Ton Stürmer Max Kruse) gehen. Schon jetzt hat Gladbach die erfolgreichste Liga-Halbzeit seit 28 Jahren hingelegt. „Aber wir können das in Augsburg veredeln“, sagt Flügelspieler Patrick Herrmann. Der, da Favre nach der Partie unter der Woche gegen Bremen (4:1) wahrscheinlich erneut rotieren wird, neben den Konkurrenten Thorgan Hazard, Ibrahima Traoré und André Hahn auf einen Platz in der Startformation hofft. „Ich wäre gerne dabei. Klar, ich will helfen, dass wir diese tolle Hinrunde mit einem Dreier beenden“, so der 23-Jährige.

Gleiches gilt für die „Mitbewerber“. Vor allem Traoré und Hahn brennen auf einen Einsatz an alter Wirkungsstätte. Hahn, der vor der Saison für 2,5 Millionen Euro Ablöse von Augsburg an den Niederrhein gewechselt war: „Ich habe dem Verein sehr viel zu verdanken, ich habe aber auch sehr viel zurückgezahlt“, so Hahn, der keinen Zweifel daran lässt, dass er auf alte Freunde keine Rücksicht nehmen mag. „Wir sind Borussia. Wir brauchen uns da nicht zu verstecken und wollen den Abstand auf Augsburg vergrößern. Wir fahren dahin, um drei Punkte zu holen.“

Bangen muss Borussia um den Einsatz von Roel Brouwers. Der Innenverteidiger plagt sich mit einer Blessur im Oberschenkel rum. Offensivstratege Raffael fällt (Muskelfaserriss) definitiv aus. In den Kader zurück kehrt Abwehrchef Martin Stranzl.