Hahn krönt starkes Debüt

Borussias Neuverpflichtung trifft beim 3:1-Pokalsieg in Homburg zum 1:0.

Homburg. Als Branimir Hrgota mit seinem zweiten Treffer Borussias Pokalerfolg gegen Viertligist FC Homburg (3:1) perfekt gemacht hatte, brachen bei den rund 7000 ins Saarland mitgereisten Fohlen-Fans alle Dämme. Kollektiver Jubel, Dauergesänge — und natürlich der nicht zu überhörende verbale Hinweis auf die nächste Aufgabe am Donnerstag in der Playoff-Runde zur Europa League in Sarajevo: „Europapokal! Europapokal!“

Gladbachs Anhang berauschte sich am wenig glanzvollen Auftritt des VfL in Homburg. Dass die Elf von Lucien Favre noch einige Schwachstellen offenbarte, hatten die Protagonisten allerdings schnell abgehakt. „Das ist in der Tat keine Gala gewesen“, so Verteidiger Tony Jantschke. „Aber das ist auch nicht so wichtig. Mich interessiert nur, dass wir weitergekommen sind.“

Daran hatten vor allem Spieler wie André Hahn ihren Anteil. Der 24-Jährige lieferte auf der rechten Außenbahn eine couragierte Leistung ab, zeichnete sich in seinem ersten Pflichtspiel für die Fohlen gleich als Torschütze aus. Mit seinem linken Fuß hämmerte der Nationalspieler schon früh gekonnt die Kugel in die Maschen des Homburger Tores. Die Grundlage für Borussias ersten Auswärtssieg der neuen Spielzeit war geschaffen. „Schöner kann man es sich nicht erträumen. Ich bin froh, dass wir eine Runde weiter sind. Und natürlich freue ich mich über mein erstes Pflichtspieltor“, sagte Hahn nach Spielende.

Beeindruckt sei er davon gewesen, wie die VfL-Treuen die Mannschaft „bei so einem Spiel“ unterstützt hätten. „Das ist wirklich der Wahnsinn gewesen. Die machen so einen Alarm — da bekommt man richtig Gänsehaut.“ Auch Patrick Herrmann machte bei der Begeisterungswelle mit, hakte sich in die Kette, die Borussen-Spieler nach dem Abpfiff vor der Fankurve gebildet hatten, freudestrahlend ein. Vergessen war in diesem Moment, dass der gebürtige Saarländer bei seinem „Heimspiel“ zunächst nur auf der Bank gesessen hatte.

„Schade“, so Herrmann später. „Es kommt nicht so oft vor, dass ich ein Pflichtspiel in der Heimat habe. Zum Glück bin ich noch in der Schlussphase reingekommen.“ Die wenigen Minuten konnte er allerdings nicht nutzen, um seiner Familie und zig Freunden ein Torgeschenk zu machen. Herrmann, der in der vergangenen Saison in allen Liga-Spielen in Borussias Startelf gestanden hatte, nimmt die neue Herausforderung allerdings an. „Da muss ich jetzt durch. Der Trainer entscheidet. Das muss ich akzeptieren. Vielleicht bin ich in Sarajevo schon wieder von Beginn an dabei.“

Der Saisonauftakt in Homburg hat bereits gezeigt: In Borussias Kader hat schon lange nicht mehr solch ein Konkurrenzkampf getobt. Gelingt es Favre, diese Spannungsfelder in positive Energie, sprich Leistung der Spieler umzumünzen, könnte Gladbach eine unterhaltsame Saison abliefern.