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Gladbachs Raffael: „Ich habe Bock, ein Borusse zu bleiben"

Borussia Mönchengladbach : Gladbachs Raffael: „Ich habe Bock, ein Borusse zu bleiben"

Das Corona-Virus könnte die Zeit des Publikums-Lieblings in Gladbach jäh beendet haben. Oder doch nicht? Fünf andere Verträge laufen im Juni ebenfalls aus.

Wann nimmt die Fußball-Bundesliga ihren Spielbetrieb wieder auf? Nimmt sie ihn in dieser Saison überhaupt nochmal auf? Und falls ja, mit oder ohne Zuschauer? Neben den wirklich wichtigen Dingen zum Umgang mit dem Corona-Virus, gibt es natürlich auch etliche Fragen rund um der Deutschen liebstes Freizeit-Kind. Fans und Anhänger von Borussia Mönchengladbach zum Beispiel könnten ohne gebührende Feier von einem ihrer größten Lieblinge Abschied nehmen müssen. Raffael droht ob der Corona-Krise das abrupte Ende seiner Zeit im "Fohlen"-Trikot, möglicherweise sogar das stille Ende der Karriere.

Der Angreifer spielt bei den Überlegungen von Trainer Marco Rose keine Rolle mehr. In den bisher 33 Pflichtspielen dieser Saison stand Raffael lediglich in neun auf dem Rasen und das auch nur für insgesamt 113 Minuten, also im Schnitt gut zwölf pro Partie. „Natürlich ist die Konkurrenz sehr groß. Ich fühle mich jedoch fit und glaube fest, dass ich der Mannschaft wie ihren Fans noch viel geben kann", meint der Brasilianer. Schon in der vergangenen Saison allerdings musste er seinem hohen Fußballer-Alter Tribut zollen. Wegen wiederholter Wadenprobleme sowie auf Grund eines Schlüsselbeinbruchs kam Raffael lediglich in 14 der 36 Pflichtspiele über zusammengerechnet 602 Minuten zum Einsatz, genau 43 pro Begegnung.

Bei Strobl und Johnson stehen die Zeichen auf Abschied, auch Traoré soll gehen - Fragezeichen hinter Wendt

Fünf Treffer, drei davon allerdings beim 11:1 im DFB-Pokal-Erstrundenspiel gegen den Bremer Fünftligisten BSC Hastedt, sowie eine Torvorlage standen damals zu Buche. Diese Saison führt ihn die Scorer-Bilanz immer noch mit der "Null". Am 28. März wird Raffael 35 Jahre alt - für Roses physisch forderndes Spiel keine gute Aussicht, um auf eine Vertragsverlängerung hoffen zu können. Doch Raffael Caetano de Araújo dürfte nicht der einzige sein, der am Ende dieser so besonderen Spielzeit seine Koffer packen muss.

Sportdirektor Max Eberl wird in diesem Sommer die zweite Stufe der beabsichtigten sowie mit der Verpflichtung von Marco Rose verbundenen neuen Spielphilosophie zünden und den Kader dementsprechend umbauen. Insgesamt laufen sechs Verträge aus, der des dritten Torwarts Max Grün (32) sowie der des nach einer Knie-OP im Juli am Comeback arbeitenden Mittelfeldakteurs Torben Müsel (20) spielt da eine untergeordnete Rolle. Neben Raffael aber werden wohl auch die Verteidiger Oscar Wendt

(34) und Tobias Strobl (29) sowie Allrounder Fabian Johnson (32) ihren Spind räumen. Gleiches soll Ibrahima Traoré (31)

- der Stürmer besitzt zwar noch einen Kontrakt bis 2021, die Borussia strebt jedoch offenbar dessen Auflösung an.

Raffael hat in Jülich ein Haus gebaut

Johnson sowie Traore seien zu oft verletzt und Wendt habe hinter Ramy Bensebaini keine Perspektive mehr. So jedenfalls will es die "BILD" erfahren haben. Den Wechsel von Strobl zum Hamburger SV kann lediglich ein drittes Zweitliga-Jahr des HSV verhindern. „Wir sind mit allen im Gespräch, sie kennen unsere Vorstellung und das sind wir so verdienten Spielern auch schuldig", sagte Eberl. Am ehesten Chancen auf einen Verbleib hat Wendt, da der Linksverteidiger-Markt klein und daher teuer ist.

Raffaels Zeit bei der Borussia hingegen neigt sich dem Ende zu, vielleicht hat sie Corona bei aktuell 199 Einsätzen mit 71 Treffern und 35 Tor-Vorlagen ja sogar bereits gestoppt. Vielleicht aber geht sie auch nur auf dem Rasen zu Ende, Raffael ist inzwischen heimisch geworden. Vor kurzem baute er im nahe gelegenen Jülich ein Haus, seine Familie fühlt sich im Rheinland wohl. „Ich habe Bock, ein Borusse zu bleiben - ganz gleich, in welcher Funktion." Mit seinem professionellen Fleiß und seiner Qualität könnte er als Technik-Trainer eine Zukunft haben. Max Eberl wird über diese Option nicht nur wegen der Fans sinnieren.