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Borussia Mönchengladbach: Gladbachs Besuch beim „Frankfurter Gegenmodell“

Borussia Mönchengladbach : Gladbachs Besuch beim „Frankfurter Gegenmodell“

Trainer Hecking hat seine Spieler für Freitag Abend auch auf Nickeligkeiten eingestellt. Oxford kommt zurück.

Mönchengladbach. Max Eberl sieht sich Woche für Woche in seiner These bestätigt. „Diese Saison ist extrem kompliziert, und man hat das Gefühl, dass jedes Spiel offen ist“, sagte der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach schon kurz nach dem siegreichen Spiel gegen den FC Augsburg, „Es war alles möglich. Ich hab‘ bis zum Schluss gezittert.“

Das Rennen um die begehrten Tickets für die internationale Fußballbühne wird immer brisanter. Selbst ein Champions-League-Platz, der dem Verein im Spätsommer ein Startgeld von 13 Millionen Euro garantiert, ist angesichts der Tabellensituation kein unmögliches Unterfangen. Zumal erstmals in der Champions- League-Geschichte dem Viertplatzierten der Bundesliga der Umweg Qualifikation erspart bleibt. Max Eberl bevorzugt eher die sachliche Linie: „Wir müssen dafür sorgen, dass wir weiter punkten und bis Mitte April da stehen, wo wir jetzt sind“, sagt der Sportdirektor, „und dann geht es darum, die Chance zu nutzen, uns für die Saison zu belohnen.“ Möglicherweise reicht in dieser Spielzeit — je nachdem, wie sich die Spiele im DFBPokal entwickeln - erneut Rang sieben für die Europa- League-Play-offs.

Die Achterbahnfahrt der Gladbacher aber zeigt, dass die Suche nach der feinen Balance zwischen offensivem Feuerwerk und defensiver Disziplin noch nicht abgeschlossen ist. Mutmacher zuletzt: Yann Sommer hielt mit seinen Vorderleuten zum vierten Mal in dieser Spielzeit ein zu Null, und in der Offensive sorgten Zakaria, Hazard, Raffael und nicht zuletzt Michael Cuisance immer wieder mal für Geistesblitze. Eberl sagt: „Gegen Augsburg war die Doppel-Sechs mit dem 18-jährigen Cuisance und mit Zakaria besetzt. Der ist 21. Das hat super funktioniert. Sie werden weiter wachsen, die jungen Spieler werden noch besser und uns in Zukunft viel Freude bereiten. Das ist Gladbachs Weg, den auch unsere Fans wollen. Da bin ich sicher.“ Helfen könnte dabei auch Reece Oxford. Eberl kündigte am Donnerstag an, dass der Defensivspieler Anfang der kommenden Woche auf Leihbasis von West Ham United zurückkommt.

Vom Jünglingsweg aber wird Dieter Hecking am Freitag wahrscheinlich erst mal abweichen. Christoph Kramer ist nach seiner auskurierten Erkältung seit Anfang der Woche wieder im Training und wird „Leichtgewicht“ Cuisance wohl ersetzen. Den Grund liefert der Gladbacher Trainer recht freimütig: „Frankfurt ist das Gegenmodell von uns.“ Soo heißen, die Kovac-Truppe kommt überwiegend über „Athletik und Zweikämpfe“. Und seine Jungs müssten sich auf die „provozierende Spielweise und Nickeligkeiten“ einstellen.