Gladbachs Angriff auf Rom

Trainer Lucien Favre strahlt Zuversicht aus. „Wir wissen, was wir tun müssen“, sagt er zum 3:3 aus dem Hinspiel.

Rom. Lucien Favre strahlt eine gehörige Portion Zuversicht aus, als er tief im Bauch der riesigen Betonschüssel „Stadio Olimpico“ über das redet, was Donnerstag (19 Uhr) im Rückspiel der K.o.-Runde der Europa League bei Lazio Rom auf seine Mannschaft zukommt. „Wir wissen, was wir tun müssen — wir müssen gewinnen. Es wird sicher kein 4:4 geben“, so der Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach.

Nach dem 3:3-Spektakel im Hinspiel vor einer Woche hilft den Gladbachern nur die Erstürmung der Festung Rom weiter. Dafür so Favre, müsse seine Mannschaft, „auf alles vorbereitet sein“. Lazio sei ein italienisches Spitzenteam, die jüngste 0:3-Niederlage in der Serie A gegen Abstiegskandidat Siena sei als Ausrutscher zu bewerten. „Gegen uns“, so Favre, „wird sich Lazio ganz anderes präsentieren. Sie wissen genau, wie unsere Ausgangslage ist.“

Bei Borussia hoffen sie also auf das Wunder von Rom — und dürfen sich dabei auf die Unterstützung von rund 10 000 Fans aus Deutschland freuen. Solch einen Fan-Andrang bei einem Auswärtsspiel im Europapokal hat es bislang in der Gladbacher Clubgeschichte noch nie gegeben, wie Borussias Fanbeauftragter Thomas „Tower“ Weinmann im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt. „Das hat natürlich auch in der gesamten Fan-Szene für Aufsehen gesorgt, dass unser Club in der Lage ist, solche Massen zu mobilisieren. Das schaffen sonst höchstens die Bayern, Dortmund oder Schalke.“

Bereits Mittwoch trudelten tausende VfL-Fans in der ewigen Stadt ein, sorgten bei Sonnenschein und elf Grad Celsius am Trevi Brunnen und der Spanischen Treppe mit ihren Gesängen für Stimmung. Donnerstag sollen weitere zig Tausend folgen — wenn die geplanten Streiks an den Flughäfen in Düsseldorf und Köln es zulassen.

Mehrere italienische Medien berichten bereits darüber, dass den Gladbacher in Rom wohl ein „Heimspiel“ winke — der Kartenverkauf an die Lazio-Fans verlaufe sehr schleppend. Bei den Gladbacher Profis, sagt Sportdirektor Max Eberl, könnte die „unfassbare Unterstützung“ noch einmal zusätzliche Kräfte mobilisieren.

„Das haben wir vor zwei Jahren schon in der Relegation gegen Bochum erlebt, zu was unsere Fans imstande sind. Sie haben ein enormes Gespür dafür, wann die Mannschaft sie wirklich braucht.“ Und nach dem 3:3 im Hinspiel gegen Lazio können die Fohlen heute wahrlich jede Hilfe gebrauchen.

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