Bundesliga-Auftakt 2023/24 Gladbachs Aufbruch ins Ungewisse

MÖNCHENGLADBACH · Jetzt geht es wieder richtig los für Borussia Mönchengladbach – nach einem Umbruch, der größer ausfiel als erwartet.

Der Umbruch sei ein Prozess, der Zeit und Geduld benötigt, sagt Trainer Gerardo Seoane.

Der Umbruch sei ein Prozess, der Zeit und Geduld benötigt, sagt Trainer Gerardo Seoane.

Foto: dpa/Friso Gentsch

Am Samstag geht es wieder richtig los. Nach dem geglückten Pokal-Auftakt beim Fünftligisten TuS Bersenbrück mit viel Spaßfußball steigt nun das Risiko auf einen Ausrutscher bei einem Liga-Konkurrenten gleich beträchtlich:  In den vergangenen 16 Jahren konnten die Borussen beim FC Augsburg nur zwei Partien zu ihren Gunsten entscheiden. Obendrein gewann der VfL nur eines der vergangenen 19 Auswärtsspiele in der Liga.

Jetzt wird sich erstmals zeigen, wie die Fohlenelf den jüngsten Verlust von Top-Spielern verkraften wird. Ob Akteure wie Cvancara, Honorat, Hack oder Wöber auch auf dem glatten Parkett des knallharten Ligabetriebs ihren Mann stehen und andere, junge Profis nach vorne drängen.

De facto aber geht es in erster Linie darum, dass sich die Mannschaft nach zwei faden Spielzeiten auf ihre Ursprünglichkeit besinnt, Fußball in allen Variationen kredenzt, das Maximum aus sich herausholt, Leidenschaft und Kampfgeist an den Tag legt und ihre Anhänger mitreißt. Beim Aufbruch in eine bessere Zukunft ist der neue Cheftrainer Gerardo Seoane vorsichtig-optimistisch. „Unser Fußball soll ehrlich sein. Mal mehr, mal weniger attraktiv, aber die Spieler sollen immer alles auf dem Platz geben und sich stets gegenseitig unterstützen.“ Der Umbruch sei auch ein Prozess, der etwas Zeit benötigt und Geduld, sagte er weiter. „Ich bin aber davon überzeugt, dass uns der totale Support für die Raute nach vorne puschen wird.“

Sport-Geschäftsführer Roland Virkus ist voller Vorfreude, bleibt aber pragmatisch. „Diesen Umbruch wollte der ganze Klub, aber er ist noch größer geworden als erwartet. Wir gehen damit um. Punkt.“, sagte er kürzlich dieser Zeitung.

Dass Borussia Mönchengladbach nach der Ära Sommer in dessen Landsmann Jonas Omlin den Übergang gemeistert und wieder einen guten Torwart in seinen Reihen hat, freut insbesondere den „Head of Goalkeeping“, Uwe Kamps. „Das ist sehr beruhigend. Ein starker Mann zwischen den Pfosten, der sein Metier beherrscht“, sagt der Mann, der 1982 zu Borussia Mönchengladbach kam, 390-mal in der Bundesliga den Kasten hütete, 518 Pflichtspiele bestritt, immer noch dabei ist und im Gesamten die Steuerung der Entwicklung der Torhüter, aber auch der Torwart-Trainer verantwortet. „Unsere Aufgabe und unser Ziel muss es sein, dass wir, wie bei Marc-André ter Stegen zum Beispiel, junge Torhüter so vorbereiten, dass sie ganz nach oben rücken und reif sind für die Bundesliga.“ Jetzt ist erst einmal Jonas Omlin die Nummer 1, dicht dahinter: Jan Olschowsky und Moritz Nicolas.

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