Gladbach: Stindl vergisst Kapitänsbinde und ist froh dabei zu sein

Borussia Mönchengladbach in Dortmund : Glücklicher Lars Stindl vergisst Kapitänsbinde: „Es ist schön, wieder Teil der Elf zu sein"

Nach langer Verletzungspause ist Gladbachs Kapitän Lars Stindl zurück auf dem Platz. Ein Einsatz von Beginn an soll aber nicht übereilt werden.

Die schwarze Serie ist also weiter gegangen. Ein Sieg, ein Unentschieden und jetzt 16 Niederlagen mit insgesamt 11:46 Toren lautet nun in diesem Jahrtausend die Bilanz von Borussia Mönchengladbach bei Borussia Dortmund. „Wir hätten natürlich nur zu gerne etwas mitgenommen, um unseren Weg durch ein weiteres gutes Ergebnis zu bestätigen. Insgesamt glaube ich macht es Spaß, uns zuzuschauen. Gegen einen schwierigen Gegner wie den BVB müssen wir nur noch ein wenig kaltschnäuziger werden", sagte Lars Stindl.

Bislang konnte der Mittelfeldakteur die Entwicklung der durch den neuen Trainer Marco Rose implementierten Spielphilosophie ja selbst nur als Zuschauer verfolgen. Seit dem vergangenen Samstag aber ist Stindl wieder mittendrin statt nur dabei. Am 13. April dieses Jahres hatte er sich im Spiel bei Hannover 96 nach gerade mal 30 Sekunden beim Zweikampf um den Ball im Duell mit Matthias Ostrzolek einen Schienbeinbruch zugezogen. Ausgerechnet in Hannover, wo Stindl durch seine Zeit von 2010 bis 2015 noch immer große Wertschätzung genießt. Klar, dass ihm damals alle Zuschauer aufmunternden Beifall spendeten.

Stindl hat die Kapitäns-Binde nicht auf dem Radar

In Dortmund beschränkte sich der Applaus auf die Anhänger von Borussia Mönchengladbach, als Stindl nach exakt 189 Tagen Zwangspause in der 78. Minute für Oscar Wendt eingewechselt wurde. Sein erster Weg führte ihn zu Christoph Kramer, dem er einen Zettel mit neuen Instruktionen in die Hand drückte. Den Weg zu Yann Sommer vergass Stindl, denn als Kapitän hätte er sich beim Torwart eigentlich die Spielführer-Binde abholen können. „Stimmt, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Dafür war aber auch einfach keine Zeit“, sagte Stindl später in den Katakomben mit einem Schmunzeln.

Schließlich war die "Fohlenelf" drauf und dran, den in dieser Saison zum wiederholten Male konditionell als auch mental taumelnden Dortmundern den Sieg zu entreißen und dabei war Stindl gleich involviert als hätte er nie gefehlt. „Lars war sehr sicher am Ball und er hat sofort für Gefahr gesorgt. Ich habe ihm in der Kabine als erstem gratuliert. Ich weiß, was es bedeutet, nach so einer langen Zeit endlich wieder auf dem Platz sein zu können", sagte Trainer Marco Rose. Stindl selber stand das Glücksgefühl im Gesicht geschrieben. „Ich hatte mir erhofft, hintenraus ein paar Minuten zu bekommen. Es ist schön, wieder Teil der Elf zu sein."

Wann der 31-Jährige diese Elf auch wieder auf den Rasen führt, ist offen. Trotz Stindls Wert will Trainer Rose nichts überstürzen. „Wir müssen da schon sachlich bleiben, nach einer derart langen Pause kann niemand sofort bei 100 Prozent sein. Wir werden sehen, wann es bei Lars für 90 Minuten reicht." Eine Marschrichtung, die Stindl teilt. „Grundsätzlich fühle ich mich schon gut, auch auf dem Platz war alles okay. Der Trainer wird mich nun Schritt für Schritt heran führen." Schon nächste Woche geht es zum DFB-Pokal-Spiel übrigens erneut ins Westfalenstadion. Vielleicht endet dank Stindl ja dann die schwarze Serie.

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