Gladbach mit neuem Mut

Nach dem Punktgewinn beim FC Villarreal sieht sich die Borussia zurück in der Spur. Torschütze Granit Xhaka fehlt gegen Wolfsburg.

Mönchengladbach. Am vergangenen Wochenende war er noch der böse Bube in der Bundesliga, am Donnerstagabend wurde Granit Xhaka dann als Held von Villarreal gefeiert. Mit einem Traumtor hat er seine Borussia aus Mönchengladbach in der Europa League aussichtsreich im Rennen gehalten. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mal so ein Tor geschossen habe“, sagte der Schweizer nach seinem 25-Meter-Schuss, der vom Querbalken ins Netz flog. „Ich wusste gar nicht, dass ich das kann.“

Fünf Tage zuvor war er im Spiel gegen Eintracht Frankfurt nach einem Frust-Foul in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot vom Platz gestellt und dafür auch heftig kritisiert worden. Doch nicht nur er, die ganze Mannschaft hatte gegen die Frankfurter enttäuscht. Beim Unentschieden in Villarreal zeigte die Formkurve der Borussia hingegen wieder deutlich nach oben. „Wir haben gezeigt, dass wir noch leben nach den zwei Niederlagen zuvor“, sagte dann auch Xhaka.

Obwohl auch die Borussia den vorzeitigen Sprung in die K.o.-Runde nicht geschafft hat, gaben sowohl der Punkt in Spanien nach zwei Niederlagen in der Liga als auch die gleichzeitige Wolfsburger Pleite Selbstvertrauen für das Verfolgerduell mit dem VfL, das am Sonntag in der Volkswagen-Arena steigt. „Man sieht, dass Wolfsburg zu schlagen ist“, sagte Xhaka. Umso mehr wurmt ihn, dass er im Spitzenspiel nur zuschauen darf. „Das ist bitter, dass ich wegen der dummen Roten Karte nicht dabei sein kann“, sagte er.

Damit dürfte im Spitzenspiel mitentscheidend sein, welches Team den Ausfall seiner Mittelfeldstrategen besser kompensieren kann. Denn auch den Niedersachsen fehlt in Luiz Gustavo ein ganz wichtiger Mann wegen einer Sperre. Auch der angeschlagene Josuha Guilavogui droht weiterhin auszufallen. „Die Hoffnung ist noch da, aber es sieht nicht so aus, dass es klappt“, sagte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking am Freitag.

Wie groß dessen Respekt vor der Borussia ist, zeigte sein Handeln gleich nach dem 0:2 gegen Everton am Donnerstagabend. Er ließ sich direkt die Gladbacher Aufstellung geben. „Sie rotieren kräftig. Das heißt, viele Spieler, die heute nicht spielen, werden gegen uns spielen“, wusste Hecking zu berichten. „Dass wir am Sonntag wieder eine richtig gute Leistung abliefern müssen, ist klar. Gladbach ist ein ganz starker Gegner.“

Die Borussen scheinen nach ihrem Punktgewinn wieder in der Spur zu sein. „Erfolg ist immer gut für die Moral“, befand Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. Sein Team kam nach einer ängstlichen ersten Halbzeit im zweiten Durchgang stark zurück. Für den VfL vom Niederrhein war dies der Beweis, dass die beiden Pleiten zuvor in der Liga gegen Dortmund (0:1) und Frankfurt (1:3) keinen psychologischen Knacks hinterlassen haben. „Das ist ein schwerer Gegner, der nicht umsonst da oben steht. Aber wenn wir eine Schippe drauflegen, können wir auch in Wolfsburg punkten“, befand Abwehrmann Roel Brouwers.