Gladbach gegen Rom: Europapokal-Nostalgie und Sorgen vor erneuten Aus

Borussia Mönchengladbach : Fohlenelf vor Rom: Zwischen Europapokal-Nostalgie und Sorgen vor dem erneuten Aus

Nach über 6 Jahren kehrt Borussia Mönchengladbach nach Rom zurück, trotz Personalsorgen und schwieriger Ausgangslage ein absolutes Highlight.

Es klingt wie Königsklasse, ist allerdings vielmehr ein vorentscheidendes Duell in der Gruppenphase der Europa League, wenn Borussia Mönchengladbach am Donnerstag (18.55 Uhr) beim italienischen Top-Klub AS Rom antritt. Die Fohlen, die am Mittwoch vom Düsseldorfer Flughafen aus in die ewige Stadt gereist sind, kehren in jene Arena zurück, in der sie im Februar 2013 eines der womöglich emotionalsten Europapokalkapitel der jüngsten Klubhistorie erlebt hatten. Im ehrwürdigen Stadion „Olimpico“ sorgten damals, im Euro-League-Duell mit Lazio Rom, rund 10.000 Gladbacher Anhänger für eine ganz besondere Atmosphäre. Diese konnte den VfL zwar nicht vor einer 0:2-Pleite bewahren, dennoch leuchten bei Klubverantwortlichen, Spielern und Fans, die jene römische Nacht 2013 miterlebt hatten, bis dato noch die Augen, wenn sie auf diese Europapokal-Erfahrung angesprochen werden.

Allerdings: Ein Fan-Ramba-Zamba in schwarz-weiß-grünen Farben wie damals auf der Spanischen Treppe oder in der römischen Innenstadt wird es in der Form wohl nicht erneut geben. Behörden und Ordnungshüter haben dem mit entsprechenden Erlassen und Vorschriften bereits einen Riegel vorgeschoben.

Nach dem 0:4 gegen den Wolfsberger AC und dem 1:1 gegen Istanbul Basaksehir stehen nun im Duell bei AS Rom bereits vorzeitig unter Druck. Eine Niederlage in der italienischen Hauptstadt könnte bereits das vorzeitige Ende aller Träume, im internationalen Wettbewerb überwintern zu können, bedeuten. Borussias Mittelfeldspieler Christoph Kramer sagt: „Den Druck haben wir uns selber eingebrockt. Von daher: Vollgas! Unsere Spielart ist eh nicht zurückhaltend. In unserem Sport gibt es nun einmal Druck. Damit sollten wir umgehen können.“ Sein Trainer Marco Rose ergänzt: „Wir kennen die Ausgangslage. Wichtig ist, dass wir das mit einem positiven Gefühl angehen. Mit dem Gefühl, dass wir gewinnen können, wenn wir die Dinge richtig umsetzen, die wir uns vorgenommen haben.“

Allerdings plagen die Borussen einige Verletzungssorgen. So muss Rose erneut auf seinen Abwehrchef Matthias Ginter verzichten. Der 25-Jährige ist nicht mit nach Rom gereist. Hintergrund: Ginters vor rund zweieinhalb Wochen zugezogene Verletzung (Schulterluxation mit Kapselbandverletzung) bremst den Nationalspieler immer noch aus. Hatte es zunächst noch so ausgesehen, als könnte Ginter spielen, geht die Entscheider bei Borussia nun kein Risiko ein. Rose: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht überpacen und womöglich in Dinge hineinrennen, die Matze gar nicht gebrauchen kann – und wir auch nicht. Im Moment muss man so ehrlich sein, dass es keinen Sinn macht. Ich will da jetzt auch keine Prognose abgeben, wann er wieder spielen kann. Wir müssen da nun die Bremse reinhauen.“

Ausgebremst ist auch Stürmer Alassane Plea. Der 26-jährige Franzose hat sich eine Muskelverletzung zugezogen. Möglich, dass Plea sogar mehrere Wochen ausfallen könnte. Rose: „Lasso ist auch nicht in Rom dabei. Es ist keine schwerwiegende Muskelverletzung – aber die muss auskuriert werden. Schwierig, da eine Prognose abzugeben.“ Auch Offensiv-Maestro Raffael (34) fällt, wie bereits in Dortmund, mit einer Muskelverletzung aus. Rose: „Es wird besser, aber auch da gilt: auskurieren!“ Borussia und ihre Fans sind zurück in der ewigen Stadt, im Wissen, dass die Hürde AS eine Prüfung darstellt, die es mit ausgedünnter Personaldecke erst einmal zu meistern gilt. Und sollte es am Ende etwas zu feiern geben, dann dürften die VfL-Treuen sicherlich Wege und Mittel finden, eine römische Nacht zum Tag werden zu lassen.

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