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Borussia Mönchengladbach: Gladbach gegen Augsburg in der Analyse

Borussia Mönchengladbach : Gladbach gegen Augsburg in der Analyse

Augsburg. Es bleibt dabei: Borussia Mönchengladbach kann in der Fußball-Bundesliga nicht beim FC Augsburg gewinnen.

Auch im siebten Anlauf reichte für die Fohlen-Elf trotz zwischenzeitlicher Führung am Ende bei den Bayern-Schwaben nicht für einen Triumph, beide Mannschaften trennten sich 2:2 (1:2)-Unentschieden. Gladbach hat damit nach dem zweiten Spieltag vier Punkte auf dem Konto, Augsburg einen.

Aus Gladbacher Sicht ist das sicherlich die Szene gewesen, in der Mittelfeld-Maschine Denis Zakaria seinen ersten Treffer in der Bundesliga erzielen konnte. Der Schweizer Nationalspieler hatte nach Doppelpass mit Nationalspieler Lars Stindl die komplette Augsburger Defensiv überlaufen und sein Solo perfekt mit dem Treffer zum 1:1-Ausgleich vollendet.

Der heißt Alfred Finnbogason. Augsburgs Stürmer lieferte gegen die Borussia eine ganz starke Leistung ab und sorgte für ständige Unruhe im Gladbacher Strafraum. Einsatz, Wille, Spielwitz, Kampf, Vollstrecker-Mentalität — Finnbogason rief alles ab. Er brachte den FCA schon nach 30 Sekunden in Führung, diesen Treffer leitete er selber im Kopfballduell mit Vestergaard ein. Und auch im Anschluss ist der Isländer „on fire“. Finnbogason hat großen Anteil daran, dass Augsburg Borussias Angstgegner bleibt.

Es läuft die siebte Spielminute, als bei allen Augsburger samt Anhang vor Wut die Emotionen überkochen. Das ist geschehen. Finnbogason zieht beim Stand von 1:0 ab, der Ball fliegt im Gladbacher Strafraum gegen den Arm von VfL-Verteidiger Vestergaard — „Handelfmeter!“ fordern die Augsburger, aber Schiri Sascha Stegemann entscheidet auf Ecke statt Strafstoß. Der Videoassistent greift nicht ein. Was beim FCA niemand nachvollziehen kann. „Für mich ein klares Handelfmeter“, sagt Augsburgs Trainer Manuel Baum später.

Borussia startet katastrophal, bereits nach 35 Sekunden liegt der VfL im Rückstand. Vestergaard verliert das Kopfballduell gegen Finnbogason, die Kugel kommt zu Gregoritsch, der legt wieder ab zu Finnbogason, noch ein Haken, Schuss, Tor, 0:1. Augsburg hat gleich die nächste dicke Chance. Finnbogason zieht ab, der Ball fliegt im Strafraum gegen den Arm von Vestergaard, die Augsburger fordern Handelfmeter, aber Schiri Sascha Stegemann entscheidet auf Ecke statt Strafstoß. Augsburger passt nun in der Defensive nicht auf. Gladbachs Mittelfeld-Talent Denis Zakaria kommt an den Ball, läuft mit riesigen Schritten über den Platz, spielt Doppelpass mit Stindl, ist dann frei durch und vollendet. Ausgleich, 1:1. Borussia legt nach. Raffael zieht auf, spielt Herrmann frei, dessen Schuss kann FCA-Schlussmann Hitz nur abklatschen, Wendt ist zur Stelle und staubt per Kopfball zur 2:1-Führung ab. Augsburg taumelt, Borussia will die Entscheidung. Hazard läuft allen davon, Schuss aus spitzem Winkel, doch die Kugel springt vom Innenpfosten wieder raus.
Pause. Die tut Gladbach gar nicht gut, Augsburg hingegen schon. Die Bayern-Schwaben starten einen irren Sturmlauf. Berennen nahezu im Minuten-Takt das Borussen-Tor. Doch Gregoritsch, Finnbogason, Baier, Caiuby, Schmid, Hinteregger und Heller treffen nicht. Borussia findet defensiv phasenweise gar nicht statt, der starke Sommer verhindert Schlimmstes. Ist dann aber doch machtlos, als Heller unbedrängt flanken darf und der ebenfalls eingewechselte Cordova in der letzten Minute doch noch den hochverdienten Ausgleich für Augsburg erzielt.

Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach):
Aus meiner Sicht muss ich die erste Halbzeit meiner Mannschaft herausstellen, wie wir da kombiniert haben, das war teilweise herausragend. Wir haben es dann in dieser Phase verpasst, durch die große Chance von Thorgan Hazard die Zeichen frühzeitig auf Sieg zu stellen. Für die zweite Hälfte muss ich Augsburg ein Kompliment machen. Da haben sie uns mit vielen langen Bällen Probleme bereitet. Wir haben die zweiten Bälle nicht bekommen, weil Augsburg sehr gut nachgerückt ist. Aufgrund der zweiten Hälfte war es ein gerechtes Unentschieden. Meine Mannschaft muss sich ankreiden lassen, in der zweiten Hälfte zu wenig für eine Entlastung getan zu haben. Unterm Strich steht eine hervorragende erste Halbzeit und eine zweite, in der wir mehr hätten tun müssen

Manuel Baum (Trainer FC Augsburg):
Wir haben bis zur Halbzeit gebraucht, um uns von der Gladbacher Antwort auf unsere schnelle Führung zu erholen. In der zweiten Hälfte hat meine Mannschaft dann eine richtig gute Leistung gebracht. Wenn ich mir die Szene in der ersten Hälfte noch einmal anschaue, in der Vestergaard den Ball im Strafraum an die Hand bekommt, kann ich nicht nachvollziehen, warum der Video-Assistent da nicht eingegriffen hat. Da hätten wir einen Elfmeter bekommen müssen.